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Michael Schmidt-Driedger moderierte in einem fairen, aber offensiven Stil die Podiumsdiskussion. (Fotos: Marina Candel)

2015-03-04T00:00:00Z Podiumsdiskussion: „Sind Fliesenleger die Versuchskaninchen der Industrie?“

Mit Spannung erwarteten Fliesenleger und Industrievertreter die Podiumsdiskussion auf dem FLIESEN & PLATTEN-FORUM 2015. Das Thema der Runde war gewohnt spitz formuliert: „Produktentwicklungen auf dem Prüfstand – Sind Fliesenleger die Versuchskaninchen der Industrie?“ (Fotos: Marina Candel)

Die Podiumsdiskussion auf dem 6. FLIESEN & PLATTEN-FORUM beinhaltete für die beiden Parteien der Verarbeiter und Industrievertreter schon in ihrer Fragestellung, ob „Fliesenleger die Versuchskaninchen der Industrie sind“, viel Zündstoff. FLIESEN & PLATTEN-Redakteur Michael Schmidt-Driedger moderierte zwischen den beiden Lagern auf der Bühne und vermittelte den Teilnehmern nie eine einseitige Darstellung für oder gegen ihre Zunft. Seine Fragen waren konkret, brachten die Diskutanten aber nicht aus ihrer „Coaching-Zone“. Dr. Josef Felixberger , Leiter Technologie beim Bauchemiehersteller PCI, Heinz-Dieter Altmann , Diplom-Chemiker und Sachverständiger für das Estrichlegerhandwerk sowie Industrieböden, Fliesenlegermeister Hans-Willibert Ramrath sowie Dr. Markus Müller , Produktingenieur bei der Sika AG, lieferten sich einen angeregten Schlagabtausch. Thema war die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Handwerk bei Reklamationen, die beim Einsatz innovativer Produkte auf der Baustelle entstehen können.

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Das Diskussionsthema polarisierte zwischen Verarbeitern und Industrie.

Emotionales Thema, sachliche Diskussion

Für den Anreißer der Podiumsdiskussion sorgte ein Einspielerfilm aus dem Hause Feinkostabteilung TV , der die Problematik satirisch aufbereitete. Die Reaktionen im Publikum reichten von herzhaften Lachern bis hin zum mürrischen Raunen.

Fliesenlegermeister Ramrath begann die Diskussionsrunde eigentlich schon mit dem salomonischen Schlusssatz, in dem er festellte, dass „die Baustelle die Industrie und die Industrie die Baustelle braucht“. Dr. Felixberger argumentierte in die gleiche Richtung: „Es geht immer um das Miteinander, nur so kann man die Probleme auf der Baustelle lösen.“ Den anfänglichen Schmusekurs zu Beginn der Diskussion unterbrach Heinz-Dieter Altmann , in dem er dem Gespräch eine neue Dynamik gab. Das Problem liege nicht in der Technik, die die Produkte entwickle, „sondern im Marketing, das dem Fliesenleger das Blaue vom Himmel vorbetet“. Aus seiner Sicht sei auch nicht immer der Fliesenkleber der Grund für Schadensfälle. „Schon beim Untergrund werden die Fehler gemacht“, so der Sachverständige für das Estrichlegerhandwerk und Industrieböden. Dr. Markus Müller verhielt sich tendenziell neutral und beschrieb dem Auditorium, welch sorgfältigen Entwicklungsprozess jeder Fliesenkleber/-mörtel durchläuft, bis er auf den Markt gebracht wird - denn „in sechs Monaten“ werde „kein Produkt entwickelt“.

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Aus dem Publikum kamen angesichts des brisanten Themas einige wenige, aber deutliche Worte in Richtung der Bauchemie.

Das Thema bot reichlich Diskussionsstoff und am Ende der Veranstaltung freute sich das Gros der FORUMs-Teilnehmer auf ein Déjà-vu 2016, wenn FLIESEN & PLATTEN zur Podiumsdiskussion das nächste „heiße Eisen“ anpacken wird!

zuletzt editiert am 23. Mai 2025
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