Die BASF stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Bauchemigeschäfts in Europa. Das betrifft auch die PCI Augsburg GmbH. Ende letzter Woche machten erste Gerüchte die Branchen-Runde. Von der Fokussierung auf die Kernmärkte war die Rede, von insgesamt 60 Stellen, die deutschlandweit abgebaut werden sollen. FLIESEN & PLATTEN bringt Klarheit. (Foto: PCI)
"Auf der Verliererseite standen auch die im Dax schwer gewichteten Aktien von BASF, die 1,9 Prozent verloren", meldete zum Beispiel die Frankfurter Allgemeine Ende letzter Woche. "Der Chemieriese will wegen des Nachfrageeinbruchs in Südeuropa etwa 400 Stellen in seiner Sparte für Bauchemie streichen." Und bei der Augsburger Allgemeinen hieß es "Bei PCI werden Jobs gestrichen. Bauchemie in der Krise. Wie das Unternehmen gestern mitteilte, sollen an den drei Standorten in Augsburg, Wettenberg und Hamm insgesamt 60 Stellen abgebaut werden", stand im Lokalteil und so machte die Unruhe beim Marktführer schnell die Runde.
Branchen-Insidern bekannter Hintergrund: Auf dem deutschen Markt sorgt die zunehmende Fragmentierung der Kundenstruktur durch die wachsende Anzahl von Kleinbetrieben im Handwerk für komplexe Geschäftsprozesse. "Deshalb sind auch bei der BASF-Tochter PCI Veränderungen geplant, um dieser Marktkomplexität besser gerecht zu werden", so das offizielle Statement.
Partnerschaft mit dem Fachhandel stärken
"Indem wir uns aktiv auf den Wandel in unserem Marktsegment einstellen, leisten wir unseren Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Bauchemiegeschäfts der BASF und sichern den langfristigen Erfolg der PCI", erklärt Manfred Grundmann, Mitglied der Geschäftsführung der PCI. "Der Aufwand, um eine bestimmte Menge unserer Produkte zu verkaufen, hat zugenommen und dieser Trend setzt sich fort. Deshalb wollen wir unsere Partnerschaft mit dem Fachhandel stärken und die Effizienz unserer internen Abläufe erhöhen." Zu diesem Zweck wolle die PCI ihre Prozesse weiter automatisieren und man setze verstärkt auf den Einsatz von IT-Lösungen.

Außerhalb der heutigen Kernmärkte Deutschland, Österreich und der Schweiz wird sich die PCI in Zukunft auf Frankreich, Benelux und Skandinavien konzentrieren. "Diese Länder sind für uns besonders attraktiv, deshalb zählen sie in Zukunft zu unseren Kernmärkten. Wir werden dort die Schlagkraft der Marke PCI erhöhen und das volle PCI-Geschäftsmodell umsetzen, um unsere führende Marktposition im Bereich der Fliesenverlegesysteme in Europa weiter zu stärken", sagt Dirk Bremm, Leiter des europäischen Bauchemie-Handelsgeschäfts der BASF, dessen Kernstück die PCI ist.
An rückläufige Märkte anpassen
Aus für sie weniger attraktiven europäischen Märkten wie zum Beispiel Großbritannien wird sich PCI zurückziehen. Von den geplanten Veränderungen sind mehr als 60 Stellen an den PCI-Standorten Augsburg, Wittenberg und Hamm betroffen.
Die BASF wird die Wettbewerbsfähigkeit ihres Bauchemie-Geschäfts auch in den osteuropäischen Kernmärkten Polen, der Tschechischen Republik und der Slowakei stärken. In kleineren osteuropäischen Ländern werden Strukturen optimiert, um Geschäftschancen aus den Kernmärkten heraus effizienter wahrzunehmen.
Alles in allem will die BASF die Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmensbereichs Construction Chemicals in Europa stärken. "Die Maßnahmen umfassen die Anpassung des Geschäfts an rückläufige Märkte vor allem in Südeuropa und Großbritannien, die Verbesserung der Effizienz sowie eine noch stärkere Ausrichtung der Organisation auf den Kunden", meldet der Chemie-Gigant.
Von der Neupositionierung sind europaweit etwa 400 Stellen betroffen. "Das Umfeld für die Bauindustrie ist in vielen europäischen Ländern weiterhin sehr schwierig. Wir haben daher konkrete Maßnahmen entwickelt, um unser Geschäft auf die lokalen Marktgegebenheiten auszurichten und unsere Fähigkeit zu stärken, Mehrwert für unsere Kunden und die BASF zu schaffen", fasst Dr. Tilman Krauch, Leiter des Unternehmensbereichs Construction Chemicals der BASF, zusammen.
Über BASF und den Unternehmensbereich Construction Chemicals
BASF ist das weltweit führende Chemieunternehmen: The Chemical Company. Die BASF erzielte 2011 einen Umsatz von rund 73,5 Milliarden Euro und beschäftigte am Jahresende mehr als 111.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Der Unternehmensbereich Construction Chemicals ist der führende Anbieter chemischer Systeme und Formulierungen für Kunden aus der Bauindustrie. Die Geschäftseinheit Construction Systems bietet zum Beispiel Produkte in den Bereichen Sport- und Industrieböden, Wärmedämmverbundsysteme, Fassadensysteme, Dehnfugen, Holzschutzmittel und insbesondere Ausbauprodukte wie etwa Mörtel, Reparaturmörtel, Fliesenkleber oder Abdichtungssysteme. Der Unternehmensbereich betreibt Produktions-Standorte und Vertriebszentren in über 60 Ländern und erzielte im Jahr 2011 mit rund 7.000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 2,2 Milliarden Euro.