Ökologische Nachhaltigkeit im Bau ist zunehmend mehr als Energieeffizienz: Materialien, Label, Zertifizierungen und Energieverbrauch in der Produktion sind ebenfalls zu wichtigen Kriterien geworden. Doch wie relevant ist ökologische Nachhaltigkeit bei Kaufentscheidungen? Das hat das Marktforschungsinstitut B+L untersucht. (Abb.: B+L)
Die Studie „Ökologische Nachhaltigkeit in der Bauwirtschaft“ zeigt, dass sich die europäischen Märkte in Fragen der Offenheit für ökologische Baustoffe und deren Potenziale stark unterscheiden. Innerhalb der Märkte gibt es wiederum starke Unterschiede in den Altersgruppen. Auch in Ländern mit einem geringen Indexwert in Sachen Nachhaltigkeit gibt es Zielgruppen, die ökologische Produkte im Bau nachfragen. Studienautor Marcel Dresse sagt dazu: „Je nach Zielmarkt unterscheiden sich die relevanten Zielgruppen für ökologische Baustoffe. In einigen Märkten sind es die älteren Zielgruppen aus der Baby-Boomer-Generation, die überdurchschnittlich häufig ökologische Produkte nachfragen. In anderen Märkten wird die Nachfrage von der Zielgruppe der Familiengründer oder Early Starter getragen.“
Schadstofffreiheit relevant für Hausherren und Sanierer
Zur ökologischen Nachhaltigkeit beim Bauen und Sanieren zählen zum einen Aspekte wie CO 2 -Reduktion in Produktion und Transport, zum anderen Kriterien wie schadstoffarme oder antiallergene Produkte bei Bodenbelägen, Farben oder Putzen. Letztere sind laut der Studie für überdurchschnittlich viele Hausbauer und Sanierer relevant: Diese Produkte sind ihnen im Durschnitt zwischen fünf und acht Prozent höhere Preise wert. In einzelnen Märkten wie der Schweiz sind mehr als ein Drittel der Befragten bereit, über zehn Prozent höhere Preise für ökologische Produkte im Innenbereich zu zahlen.
Für fast alle untersuchten Märkte gilt: Ökologische Nachhaltigkeit wird in der Bauwirtschaft zunehmend wichtiger, die Nachfrage nach entsprechenden Produkten wird deutlich steigen.
Für die Studie hat B+L 3.400 Sanierer und Hausbauer sowie mehr als 800 Verarbeiter, Architekten und Bauunternehmen in 14 Ländern befragt. Auswertungen für die einzelnen Länder können auf der Webseite von B+L erworben werden.
