Nachhaltigkeit und Umweltschutz werden in Fliesenfachbetrieben und der Industrie immer wichtiger. Auch unser Verlag widmet sich dem Thema und druckt FLIESEN & PLATTEN sowie seine weiteren Fachzeitschriften umweltfreundlich.
Ab sofort sind die Produktionskette und somit auch die verwendeten Papiersorten aller Fachzeitschriften der Rudolf Müller Medienholding gemäß den Vorgaben des "Programme for the Endorsement of Forest Certification schemes" (PEFC) zertifiziert. Unsere Leserinnen und Leser können also sicher sein, dass FLIESEN & PLATTEN sowie die anderen Zeitschriften der Müller-Gruppe aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und kontrollierten Quellen stammen.
Träger für die Produkte der Verlagsgruppe, also Fachinformationen für Bauschaffende, ist seit jeher das Papier. Auch die Errungenschaften der Elektronik haben daran bisher nichts geändert und werden dies in naher Zukunft allenfalls in einem gewissen Umfang tun. Somit ist klar, dass die Verlagsgruppe mit ihrem Papierverbrauch die natürlichen Ressourcen beansprucht.
Verantwortung für Mensch und Umwelt

Als mittelständisches Familienunternehmen ist sich die Verlagsgruppe Rudolf Müller ihrer Verantwortung für Mensch und Umwelt bewusst. Auch in Zukunft werden wir nennenswerte Mengen Papier verbrauchen, doch soll zukünftig sichergestellt sein, dass dies auf eine möglichst umweltverträgliche und ressourcenschonende Weise geschieht.
Nach eingehender Prüfung hat sich die Verlagsgruppe dazu entschieden, sich am Zertifizierungsverfahren des PEFC zu beteiligen, um auf diese Weise sich selbst und ihren Kunden nachweisbar belegen zu können, dass sie schonend mit unserer Umwelt umgeht.
PEFC ist eine europäische Initiative

Vorrangiges Ziel von PEFC ist die Dokumentation und Verbesserung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung im Hinblick auf ökonomische, ökologische sowie soziale Standards. Der PEFC-Prozess wurde im August 1998 von skandinavischen, französischen, österreichischen und deutschen Waldbesitzern initiiert.
Als "Pan European Forest Certification Council" (PEFCC) Mitte 1999 in Paris gegründet, traten 2002 auch nicht-europäische Mitglieder bei, so dass Ende 2003 die Bedeutung von "PEFC" in "Programme for the Endorsement of Forest Certification schemes" geändert wurde.
PEFC bildet den internationalen Rahmen zur Anerkennung nationaler Zertifizierungssysteme und -initiativen. Holz und Holzprodukte, die den Anforderungen von PEFC genügen, können mit dem PEFC-Gütesiegel gekennzeichnet werden, wenn ein glaubwürdiger Produktkettennachweis (Chain-of-Custody) sichergestellt ist. Eingebunden in diesen Prozess sind also nicht nur Holzproduzenten wie Wald- und Forstbetriebe, sondern auch die Verwender von Holz- und Holzwerkstoffen wie die Holzwerkstoffindustrie, Möbelhersteller oder eben auch Verlage.
PEFC ist auf deutsche Bedürfnisse zugeschnitten

36 nationale PEFC-Gremien sind Mitglied im PEFC-Council. In Deutschland wird der Zertifizierungsprozess durch den eingetragenen Verein PEFC Deutschland e.V. repräsentiert und koordiniert. Aufgrund des regionalen Ansatzes ist PEFC für sämtliche Waldbesitzer, laut eigener Aussage insbesondere die in Deutschland typischen kleinen und mittelständischen Familienforstbetriebe, besonders gut geeignet.
Bezugsebene für die Zertifizierung nach PEFC ist die Region. Die Nachhaltigkeit der Waldbewirtschaftung wird auf regionaler Ebene dokumentiert und kontrolliert, da viele Nachhaltigkeitsweiser, wie die Biodiversität, auf einzelbetrieblicher Ebene laut PEFC nicht überprüfbar sind.
Nach Fertigstellung des Waldberichtes durch regionale Arbeitsgruppen überprüft eine unabhängige Zertifizierungsstelle die Konformität mit den Anforderungen des PEFC und vergibt ein regionales Zertifikat. Mit der positiven Begutachtung des regionalen Waldberichts erhalten die Waldbesitzer in der Region die Möglichkeit, an der Zertifizierung nach PEFC teilzunehmen. Notwendig ist dazu die Unterzeichnung einer freiwilligen Selbstverpflichtungserklärung, mit der sich der Waldeigentümer zur Einhaltung der PEFC-Standards verpflichtet.
Auch Werbekunden können sich engagieren
"Wir sind der Meinung, mit dieser Maßnahme einen wertvollen Beitrag zur Ressourcenschonung zu leisten", sagt Rudolf M. Bleser, geschäftsführender Gesellschafter der Verlagsgruppe. "Ein klein wenig sind wir aber auch von unseren Werbekunden abhängig. Falls diese uns Material wie Beilagen oder Postkarten anliefern, die nicht zertifiziert sind, darf die jeweilige Zeitschriftenausgabe das PEFC-Logo nicht tragen. Sobald dies vorkommt, möchten wir den Dialog mit unseren Kunden suchen. Wir verstehen unter Nachhaltigkeit in diesem Falle auch das Bemühen, andere von der Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme zu überzeugen", so Bleser.
Die Standards von PEFC
Nachhaltige Waldbewirtschaftung orientiert sich an den 1993 in Helsinki auf der Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa beschlossenen Kriterien:
1. Erhaltung und angemessene Verbesserung der forstlichen Ressourcen und ihr Beitrag zuglobalen Kohlenstoffkreisläufen 2. Erhaltung der Gesundheit und Vitalität von Forstökosystemen 3. Erhaltung und Förderung der Produktionsfunktion der Wälder (Holz- und Nichtholz) 4. Bewahrung, Erhaltung und angemessene Verbesserung der biologischen Vielfalt inWaldökosystemen 5. Erhaltung und angemessene Verbesserung der Schutzfunktionen bei derWaldbewirtschaftung (vor allem Boden und Wasser) 6. Erhaltung sonstiger sozio-ökonomischer Funktionen und Bedingungen.Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung dient dem Klimaschutz.
Waldbesitzer, die ihre Waldbewirtschaftung an diesem gemeinsamen Ziel der umfassenden Nachhaltigkeit ausrichten, können sich an der PEFC-Zertifizierung beteiligen.
Zahlen, Daten, Fakten
Weltweit wurden bisher 231 Millionen Hektar Wald gemäß PEFC-Standard zertifiziert. Mit 7,4 Millionen Hektar liegt Deutschland dabei auf Platz 7. Kanada führt mit 113,5 Millionen Hektar weit vor den zweitplatzierten USA mit 33,9 Millionen Hektar.
Bei der Zahl der ausgestellten PEFC-Chain-of-Custody-Zertifikaten (weltweit rund 8.000) liegt Deutschland mit rund 1.200 auf Platz drei hinter Frankreich und Großbritannien.