Beim ersten gemeinsamen Obermeistertag der Baugewerbeverbände Westfalen und Nordrhein im ostwestfälischen Rietberg standen Zukunftsthemen im Vordergrund: Die Digitalisierung in den Betrieben, die Nachwuchsprobleme und die Notwendigkeit, die Ausbildungsinhalte an die aktuelle Berufspraxis anzupassen. Darüber hinaus wollen die Obermeister das nordrhein-westfälische Baugewerbe gegenüber der Politik noch stärker vertreten. (Fotos: Bauverbände NRW)
„Der Obermeistertag ist immer etwas Besonderes gewesen. Das wollen wir gerne auch so mit den Obermeistern aus dem Rheinland fortführen“, sagte Karlgünter Eggersmann, der Präsident des westfälischen Verbands, der die Innungsvertreter zusammen mit Rüdiger Otto, seinem Kollegen aus dem Rheinland begrüßte. Anschließend diskutierten die Obermeister über die genannten Themen. Die wichtigsten und drängendsten sollen nun von den Innungen benannt werden und dann möglichst schnell mit Unterstützung der Verbandsexperten vertieft werden.
Highlight des Obermeistertags war der Auftritt von Gastredner Elmar Brok. „Brettköpfigkeit“ und mangelnde Kompromissfähigkeit warf der CDU- Europaabgeordnete der britischen Regierung vor. Die anderen Mitgliedsländer und die EU-Kommission hätten alles getan, um für London faire Bedingungen zu vereinbaren. Immerhin hätten die Diskussionen der vergangenen zwei Jahre aber dazu beigetragen, dass „fast überall erkannt wurde, was wir an der EU Gutes haben“. „Für Deutschland stellt sie schlicht und einfach die Grundlage unseres Wohlstands dar.“ Mit Blick auf die vor allem von den Fliesenlegern geforderte Wiedereinführung der Meisterpflicht für viele Handwerksberufe verwies Brok darauf, „Brüssel“ habe „noch keinen Meisterbrief abgeschafft, sondern nur die deutsche Regierung“. Seine Partei sei dafür, „bestimmte Berufe wieder in die Anlage A der Handerksordnung hineinzubringen, aber das wird in der EU nur schwer durchzusetzen sein“.

Eine Ehrung hatte der Obermeistertag auch zu bieten: Udo Vaupel wurde mit der Goldenen Ehrennadel des Baugewerbeverbands Westfalen ausgezeichnet. Seit dem Jahr 2000 vertritt Vaupel als Obermeister die Interessen seiner Innungskollegen. Zunächst stand er an der Spitze der Innung in Bochum und später der fusionierten Baugewerbe-Innung Ruhr.
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