Referent Mario Sommer von Sopro vor einer Leinwand
Einen abwechslungsreichen Mix an Fachinformationen bot das Seminar zur Natursteinverlegung von F+P. (Quelle: fliesenundplatten/nb)

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29. June 2022 | Teilen auf:

Neustart in Nürnberg

Nach vier Jahren war es wieder so weit: Mit den großen Themen der Natursteinbranche – Nachhaltigkeit, Regionalität, Anwendungsbereiche in der Architektur sowie Nachwuchs für das Handwerk – öffnete die Stone+tec vom 22. bis zum 25. Juni 2022 ihre Pforten. 9.600 Besucher/-innen wurden an den vier Messetagen verzeichnet.

Rund 250 Aussteller präsentierten ihre (technischen) Innovationen und Design-Trends, des Weiteren zog der neu geschaffene Congress zahlreiche Teilnehmer/-innen in die Veranstaltungsräume und auch das F+P-Intensivseminar „Natursteinverlegung für Fliesenleger war ein Erfolg. „Vielen Dank, es war sehr spannend, tolle Themen“, sagte beispielsweise Baugutachter Jens Schade. Gleich zu Beginn während des Vortrags von Stefan Jedersberger, Fachberater für Steinpflege und Gebietsverkaufsleiter Nord bei Möller-Chemie, entwickelte sich ein Frage-Antwort-Abtausch zwischen Teilnehmern und Referenten. Jedersberger sprach über „Fleckentfernung auf Natursteinbelägen“ und wies die Teilnehmer auf die Bedeutung der Einwirkzeit hin. Ihr exaktes Einhalten sei unerlässlich, damit der Reiniger wirken könne.

Bei dem Vortrag von Mario Sommer, Leiter der Sopro Anwendungstechnik und Objektberatung, drehte sich alles rund um die „Natursteinverlegung im Nassbereich“. Sommer verdeutlichte, Naturstein im Nassbereich erfordere in Planung und Ausführung genaue Kenntnis über den jeweiligen Naturstein und klare Worte gegenüber der Bauherrschaft. Wichtig sei darüber hinaus eine gute Einbettung der Fliesen durch das kombinierte Verfahren beim Verlegen.

An seinen Vortrag anschließend erklärte Detlev Hill vom Informationsdienst Naturstein aus Trier „Die Vorzüge des Natursteins“. Unter anderem nannte er einen geringeren Primärenergieaufwand, die hohe Wärmeleitfähigkeit und die lange Lebensdauer als Argumente, die den Naturstein gegenüber der keramischen Konkurrenz im Vorteil sehen. Weitere Pluspunkte, die für den Naturstein sprechen, waren seine Eigenschaft als nachwachsender Rohstoff sowie der immer mehr geforderte Einsatz regionaler Produkte.

Der Abschluss des Seminars war Rechtsanwalt Ari-Daniel Schmitz von der Kanzlei Stähler Rechtsanwälte in Münster vorbehalten. Allerdings konnte Schmitz nicht in Präsenz vor Ort sein, wurde aber live per Zoom hinzugeschaltet und machte auf unterhaltsame Weise deutlich, warum sich die „Bemusterung als juristische Falle“ erweisen kann. So erklärte er beispielsweise, in welchen Fällen die Bemusterung das Leistungsverzeichnis "überstimmt" oder nicht. Außerdem riet Schmitz den Anwesenden sich eine Vollmacht zeigen zu lassen, wenn die Bemusterung nicht direkt mit dem Auftraggeber erfolgt. Als Ausnahme nannte er einen Bemusterungstermin, bei dem klar ist, dass Entscheidungen getroffen werden sollen. In diesem Fall darf der Auftragnehmer laut Urteil des BGH davon ausgehen, dass der Vertreter des Auftraggebers über eine entsprechende Vollmacht verfügt.

Drei Messehallen und ein begleitender Congress

Das Angebot der Stone+tec war in den Hallen 10, 11 und 12 zu finden und gliederte sich in die drei großen Themenbereiche „Bauen mit Naturstein“, „Ausrüstung für Profis“ und „Ort der Erinnerung“. Wichtiger Baustein und eine neue Erweiterung des Angebots stellte der Stone+tec Congress dar, der die Veranstaltung für neue Zielgruppen öffnete und fachliche Impulse lieferte. Die neue Innovation Area stellte spannende Projekte, neue Designs und Verarbeitungsideen in den Mittelpunkt und lieferte Inspiration für die Arbeit mit Naturstein.

In den Hallen war zu spüren, dass sowohl Ausstellende als auch Besucher/-innen glücklich waren, eine weitere Veranstaltung in Präsenz besuchen zu können. „Wir freuen uns, dass wir uns wieder zeigen können“, meinte Janet Bock, Geschäftsführerin von Supergrip Deutschland. „Diejenigen, die an den Stand kommen, wollen alles ganz genau wissen.“ An den Ständen von Palette CAD, Mapei, Akemi und Möller Chemie hoben die guten Gespräche ebenfalls die Laune. „Es ist schön, dass wir alle wieder auf dieser Messe zusammen sein können. Viele waren überrascht, dass wir in unserem ‚Palette Showroom‘ auch Grabsteine konfigurieren können“, meinte Boris Netz, Business Development Manager bei Palette CAD. Und Dr. Dirk Hamann, geschäftsführende Gesellschafter bei Akemi, ergänzte: „Viele sind froh, sich endlich wieder treffen zu können. Die digitalen Formate waren und sind sicher gut, ersetzen die Präsenz aber nicht.“

In Nürnberg waren auch wieder intensive Fachgespräche an den Messeständen möglich. (Quelle: fliesenundplatten/msd)

Am Stand von Möller Chemie zog ein rot-weiß geschmückter und blinkender Weihnachtsbaum die Besucher/-innen in ihren Bann. Unter dem Baum konnten sich die Kunden unter dem Motto „Heben Sie sich von der Masse ab“ ein individuelles Pflege-Set mit eigenem Firmeneindruck zusammenstellen. Bei Mapei stand die Natursteinlinie „Mapestone“ im Vordergrund, darunter der neue Natursteinverlegemörtel „Mapestone Maxi S1“. Diese ist laut Markus Winkler, Leiter der Mapei Anwendungstechnik, „im Vergleich zu seinem Vorgänger im Außenbereich einsetzbar“.

Zeigten sich mit dem Messeverlauf und den Kundenkontakten sehr zufrieden: Almut Lager (rechts) und Oliver Grimm von der Via GmbH aus Bacharach. (Quelle: fliesenundplatten/msd)

Im Rahmen der Stone+tec wurde zudem der Deutsche Naturstein Preis 2022 verliehen – dieser ging an die Bibliothek des Predigerseminars im Kloster Loccum. Und zum vierten Mal veranstalteten das Berufsbildungswerk des Steinmetz- und Bildhauerhandwerks und der Bundesverband Deutscher Steinmetze ihren Nachwuchswettbewerb auf der Messe. Zur Preisverleihung am 24. Juni 2022 war auch Hans-Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), mit dabei.

Mehr zur Stone+tec sowie den dort präsentierten Neuheiten finden Sie in der F+P-Ausgabe 9/2022, die am 25. August 2022 erscheint.

zuletzt editiert am 22.07.2022