Die Technische Kommission Bauklebstoffe (TKB) im Industrieverband Klebstoffe (IVK) hat ein neues Merkblatt zur „Messung und Beurteilung der Feuchte von mineralischen Estrichen“ veröffentlicht. Darin wird die KRL-Methode betrachtet und als Stand der Technik sowie praxisreif bezeichnet. (Foto: Andreas Geck/pixelio.de)
Das neue TKB-Merkblatt 18 beschäftigt sich mit der KRL-Methode, bei der die korrespondierende relative Luftfeuchte (KRL) zur Bestimmung des Feuchtegehalts eines Untergrunds herangezogen wird. Der Feuchtegehalt eines Untergrunds ist neben anderen Faktoren ein wichtiges Kriterium für dessen Belegreife. Die baustellenübliche Ermittlung des Feuchtegehalts erfolgt im deutschsprachigen Raum bis dato durch die CM-Messung (Calciumcarbid-Methode). Sie sei als allgemein anerkannte Regel der Technik langjährig etabliert, so die TKB. Allerdings hat sich die Beurteilung der Messdaten mit der Zeit und wandelnder Estrich-Technologie immer wieder geändert. Auslöser für diese Änderungen waren praktische Erfahrungen oder wissenschaftliche Untersuchungen feuchtebedingter Schadensfälle, bei denen es trotz Erreichens der empfohlenen Feuchtegrenzwerte zu Schäden am Bodenbelag gekommen war. Geringfügige Änderungen der Zusammensetzung könnten bereits Materialänderungen hervorrufen, die zu Feuchteschäden trotz Einhaltung der Grenzwerte führen, so die TKB. Das sei jüngst häufiger berichtet worden.
Grundsätzlich seien daher materialunabhängige Feuchtemessmethoden zur Beurteilung der Belegreife zu bevorzugen. Eine solche Größe ist die relative Luftfeuchte. Genormte Verfahren zur Messung der korrespondierenden relativen Luftfeuchte (KRL) werden heute bereits in vielen Ländern zur Bestimmung der Belegreife von mineralischen Untergründen eingesetzt. Sie sind zuverlässig und teilweise seit Jahrzehnten bewährt. Die TKB arbeitet seit circa zehn Jahren daran, Grundlagen zur Messung der korrespondierenden relativen Luftfeuchte von mineralischen Estrichen zu ermitteln und eine baustellen- und handwerkstaugliche Prüfmethode festzulegen.
In einem Ringversuch mit Sachverständigen sei eine große Anzahl von Feuchtemessungen auf Baustellen durchgeführt worden, die die Eignung der KRL-Methode belegten. Als Fazit aus diesen Untersuchungen könne die Messung der korrespondierenden relativen Luftfeuchte von mineralischen Estrichen aus TKB-Sicht heute als Stand der Technik und als praxisreif bezeichnet werden. Die unmittelbare und grundsätzlich materialunabhängige Aussage zum Feuchtezustand ist der große Vorteil der KRL-Messung. Das erhöht die Sicherheit für den bodenlegenden Handwerker bei der Feststellung der Belegreife insbesondere bei Estrichen mit Zusatzmitteln.
Das neue Merkblatt beschreibt die Details zu dieser Messmethode, liefert Informationen zur Bewertung der Messergebnisse und enthält ein Protokoll zur Messwerterfassung. Als vertiefende Informationen wurden zudem die TKB-Berichte 4 und 5 veröffentlicht, die detailliertere Informationen zu den Messungen und zum Ringversuch enthalten. Alle drei Publikationen stehen zum kostenlosen Download auf der Homepage des Industrieverbands Klebstoffe e. V. zur Verfügung:
TKB-Merkblatt 18
TKB-Berichte
TKB-Publikationen
www.klebstoffe.com
