Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM) und der Bundesverband der Gipsindustrie informieren mit dem neuen Merkblatt zum umweltverträglichen Bauen mit Fließestrichen.
Mit dem neuen Merkblatt wird die grüne Schriftenreihe „Fließestrich – auf gutem Grund“ fortgeführt. Es knüpft an das 2023 erschienene Merkblatt 10 „Verarbeitung von Calciumsulfat-Fließestrichen“ an und beleuchtet umfassend die Nachhaltigkeitsaspekte des seit Jahrzehnten bewährten Baustoffs.
Calciumsulfat-Fließestriche haben sich im Wohnungs- und Nichtwohnungsbau seit Jahrzehnten bewährt. Ihr Funktionsprinzip orientiert sich an einem natürlichen Vorbild: Wie Wasser bei Windstille eine spiegelglatte Oberfläche bildet, verteilt sich auch der fließfähige Estrich selbstnivellierend auf der Fläche. Dadurch entstehen ohne aufwändiges Verdichten oder zusätzliches Abziehen besonders ebene und belastbare Estrichflächen. Je nach Anforderung stehen unterschiedliche Varianten hinsichtlich Festigkeit, Fließverhalten oder Abbindegeschwindigkeit zur Verfügung.
Baupraktische Vorteile von Fließestrichen
Neben ihren ökologischen Eigenschaften überzeugen Calciumsulfat-Fließestriche auch durch zahlreiche baupraktische Vorteile. Die kurze Einbauzeit, die rasche Begehbarkeit und die frühe Belegreife unterstützen effiziente Bauabläufe. Dank der selbstnivellierenden Konsistenz entstehen besonders ebene Flächen mit dauerhaft hoher Festigkeit. Spannungsarmes Trocknen ermöglicht eine nahezu fugenfreie Verlegung, während das Ausbleiben von Randverformungen zur langfristigen Qualitätssicherung beiträgt.
Auch aus Sicht der Gebäudenutzung bieten Calciumsulfat-Fließestriche vielfältige Vorteile. Sie schaffen die Grundlage für eine angenehme und gesunde Wohnatmosphäre und ermöglichen eine hohe Gestaltungsfreiheit bei der Wahl der Bodenbeläge – von Textil-, PVC-, Parkett-, Laminat- und Korkböden bis hin zu Fliesen, Naturstein oder sichtbaren Estrichoberflächen. Aufgrund ihrer sehr guten Wärmeleitfähigkeit eignen sie sich zudem hervorragend für moderne Fußbodenheizungen, da sie eine schnelle Wärmeabgabe und eine gleichmäßige Wärmeverteilung unterstützen.
Ergänzt werden diese Eigenschaften durch eine hohe Qualitätssicherheit aus werkseitig überwachten Trockenmörtelsystemen, die Nichtbrennbarkeit des Baustoffs sowie seine gesundheitliche Unbedenklichkeit.
Geeignet für moderne Fußbodenheizungen
„Nachhaltiges Bauen erfordert transparente und belastbare Informationen über die eingesetzten Baustoffe. Das neue Merkblatt zeigt, welchen Beitrag Calciumsulfat-Fließestriche beim Bau von ressourcenschonenden und zukunftsfähigen Gebäuden leisten können“, erklärt Dipl.-Ing. Holger Ortleb, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Gipsindustrie und der Forschungsvereinigung der Gipsindustrie.
Die Publikation behandelt den gesamten Lebenszyklus des Baustoffs – von Rohstoffen und Rohstoffgewinnung über Produktion, Aufbereitung und Logistik bis hin zur Nutzung im Gebäude sowie zu Rückbau und Recycling. Besonderes Augenmerk liegt auf den ökologischen Vorteilen der überwiegend mineralischen Zusammensetzung von Calciumsulfat-Fließestrichen. Darüber hinaus werden ihre Dauerhaftigkeit, ihre Flexibilität im Lebenszyklus sowie ihre Eignung für moderne Niedertemperatur-Heizsysteme wie Fußbodenheizungen dargestellt. Diese Eigenschaften unterstützen die Planung und Realisierung energieeffizienter und ressourcenschonender Gebäude.
Weitere Themen des Merkblatts sind Gebäudeenergieeffizienz, Wohngesundheit, Emissionsverhalten, Lebenszyklusbetrachtungen sowie die wachsende Bedeutung von Gebäudezertifizierungen. Auch die Rückbaubarkeit und Recyclingfähigkeit von Calciumsulfat-Fließestrichen sowie aktuelle Forschungsansätze werden ausführlich erläutert. Ergänzend bietet die Veröffentlichung einen Überblick über relevante Zertifizierungssysteme, Umweltzeichen, Labels und Normen.
Das Merkblatt 11 „Nachhaltigkeit von Calciumsulfat-Fließestrichen“ steht ab sofort kostenfrei zum Download auf den Websites des VDPM und von Pro Fließestrich zur Verfügung. Dort können auch Printversionen bestellt werden.
