Neue WHO-Leitlinie
Die neue WHO-Leitlinie setzt sich mit den Gesundheitsrisiken beim Umgang mit hergestellten Nanomaterialien auseinander. (Foto: BAuA)

2018-01-09T00:00:00Z Neue WHO-Leitlinie: Sicher mit Nanomaterialien arbeiten

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine internationale Leitlinie veröffentlicht, um Beschäftigte vor möglichen Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz durch hergestellte Nanomaterialien (manufactured nanomaterials) zu schützen. (Foto: BAuA)

Die Leitlinie „WHO guidelines on protecting workers from potential risks of manufactured nanomaterials“ (WHO Leitlinien zum Schutz der Beschäftigten vor möglichen Gefährdungen durch hergestellte Nanomaterialien), die sich an Regierungen und Experten in den mehr als 180 Mitgliedsstaaten der WHO richtet, enthält Empfehlungen zur Gefährdungsbeurteilung und zu geeigneten Arbeitsschutzmaßnahmen beim Umgang mit hergestellten Nanomaterialien.

Mit Hilfe der Nanotechnologie lassen sich die Eigenschaften chemischer Materialien heute sehr gezielt beeinflussen und gestalten. Das eröffnet große Innovationspotenziale beispielsweise für leichte und energieeffiziente Produkte. Nanomaterialien sind aber auch eine Herausforderung für den Arbeitsschutz. Am Arbeitsplatz können eingeatmete Stäube und Fasern dieser Materialien langfristig zu chronischen Erkrankungen der Atemwege führen, wenn sie sich aufgrund ihrer Schwerlöslichkeit in der Lunge anreichern. Besonderer Aufmerksamkeit bedürfen einige Fasermaterialien, deren Staub starre Fasern enthält, die ähnlich wie Asbest wirken.

In die Leitlinie floss Expertenwissen aus der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ein. Als Experte hat Dr. Rolf Packroff, wissenschaftlicher Leiter des Fachbereichs „Gefahrstoffe und Biologische Arbeitsstoffe“ der BAuA, an der Leitlinie mitgewirkt. Wichtige Erkenntnisse aus der Forschungsarbeit der Bundesanstalt und Schlussfolgerungen aus der technischen Regelsetzung im Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) konnten so eingebracht werden. Zu den wesentlichen Punkten gehören dabei die Einteilung von Nanomaterialien in drei gefährdungsbezogene Gruppen und eine Differenzierung zwischen starren und nicht-starren Faserstäuben. Durch diese Unterscheidungen lassen sich die notwendigen Arbeitsschutzmaßnahmen differenziert festlegen. Zudem soll durch diese fundierte wissenschaftliche Unterscheidung verhindert werden, dass Nanomaterialien generell als gesundheitsschädlich stigmatisiert werden.

Die Leitlinie kann in englischer Sprache im PDF-Format von der Website der WHO unter dieser Adresse heruntergeladen werden.

www.baua.de

zuletzt editiert am 11. März 2021
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