Die Entstehungsgeschichte von Natursteinen erstreckt sich über Zeiträume, die für uns Menschen nicht erfassbar sind. Dennoch sollte jeder, der im Verkauf tätig ist, die Zusammenhänge kennen, da die systematische Gliederung der Natursteine in den europäischen Normen entsprechend ihrer Entstehung erfolgt. (Foto: Informationsdienst Naturstein)
Die Einteilung der Natursteinwerksteine erfolgt gemäß ihrer Entstehung. Man unterscheidet drei Gesteinsgruppen: Bei den magmatischen Gesteinen handelt es sich um eine Gruppe, die aus einer glutflüssigen Schmelze entstand. Die Bildung erfolgte entweder im Inneren der Erdkruste oder im oberflächennahen Bereich. Magmatische Gesteinsbildungen innerhalb der Erdkruste bezeichnet man als Tiefengesteine, auch Plutonite genannt.
Gelang es der Schmelze in den oberflächennahen Bereich zu gelangen und häufig auch die Erdkruste zu durchbrechen, so spricht man von Ergussgesteinen. Weitere Bezeichnungen für derartige Gesteine sind Eruptivgesteine oder Vulkanite, je nach Bildungsbedingung.
Bei den Sedimentgesteinen handelt es sich um eine Gesteinsgruppe, die durch Ablagerung entstand. Die Ablagerungen können biogenen Ursprungs sein. Dies trifft beispielsweise auf Muschelkalke und viele Kalksteine zu. Sie bestehen überwiegend aus kalkigen Bestandteilen ehemaliger Lebewesen.
Im Kreislauf der Natur
Häufig entstanden Sedimentgesteine auch aus bereits bestehendem Gebirge. Diese wurden durch Erosion abgetragen und mit Hilfe von Wasser oder Wind an andere Stellen verfrachtet. Kam es dann anschließend wieder zu einer Verfestigung (Diagenese) so entstanden im Kreislauf der Natur wieder neue Gesteine.
Eine weitere Bildungsmöglichkeit ist in der Gruppe der Umwandlungsgesteine zusammengefasst. Hierbei handelt es sich um sehr komplexe Bildungsbedingungen. Durch tektonische Verschiebungen der Erdkruste gerieten ganze Gebirgszüge und Landschaften in große Tiefen. Dieser Prozess dauerte häufig Jahrmillionen. Dabei kam es durch Druck und zum Teil auch sehr hohe Temperaturen zu Veränderungen der Ausgangsgesteine.

Die einzelnen Bestandteile der Gesteine wurden durch Druck komprimiert. Je nach äußerer Krafteinwirkung kam es sogar zu Mineralumbildungen und -neubildungen. Bestehende Gesteine, die auf diese Art umgewandelt wurden, haben in der Regel im Vergleich zu ihren Ursprungsgesteinen vollständig andere Gebrauchseigenschaften.
Anders als in der Biologie gibt es beim Naturstein keine klar voneinander getrennten Arten. Es sind die unterschiedlichsten Mischformen denkbar. Diese können kontinuierlich ineinander übergehen. In der Tabelle unten sind die wichtigsten Gesteinsfamilien gemäß ihrer Entstehungsgeschichte aufgeführt. Tonschiefer bilden einen fließenden Übergang zwischen Sediment- und Umwandlungsgesteinen.