Ein Bauarbeiter mit Schutzhelm, umgeben von digitalen Symbolen und Technologie-Icons, die die Integration von KI in der Bauindustrie darstellen.
Digitalisierung kann Projekte auch nachhaltiger machen, so das Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau. (Quelle: KI-generiert)

Nachhaltigkeit 2026-03-09T00:00:00Z Nachhaltige und digitale Baubranche – wie geht das?

Wie kann die Baubranche die digitale und nachhaltige Transformation meistern? Das Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau (IRB) meint: Die Investitionen müssen sich auch für den Mittelstand lohnen – wie etwa die KI-gestützte Bestandserfassung.

Im Interview „Die doppelte Transformation der Baubranche“  sprechen Dr. Albrecht Franz, Projektleiter Transformationforum Bau, und Melissa Köhler vom Fraunhofer IRB darüber, wie sich Digitalisierung und Nachhaltigkeit in mittelständischen Bauunternehmen umsetzen lassen. Grundlage sind Daten aus der IRB-Studie „Stimmungsbarometer zum Stand der Transformation in der Baubranche”. Dabei wird deutlich: Digitalisierung kann zu mehr Nachhaltigkeit führen.

KI-gestützte Bestandserfassung als Innovationstreiber 

Die größten Hebel sehen sie in Innovationen oder Technologien, die sich trotz höherer Investitionen schnell auszahlen. Das sei etwa bei der digital unterstützten Bestandserfassung und der KI-gestützten Beurteilung des Bestands der Fall: Zeitersparnis, weniger Fehlplanungen und genauere Einschätzung der Kosten bringen schnell spürbare Effizienzgewinne. Die dadurch gezielteren Sanierungen führen gleichzeitig zu besserer Nutzung der Ressourcen – und zahlen so auf die Nachhaltigkeit ein: So geht es in beiden Transformationsbereichen, Digitalisierung und Nachhaltigkeit, voran. 

Wo steht die Baubranche in der Transformation?  

Laut Melissa Köhler sehen Bauunternehmen sich selbst als fortgeschrittener in der Digitalisierung an, als sie tatsächlich sind. Zwar herrsche eine gewisse Stagnation, aber die Nachfrage zu Projekten im Bereich Digitalisierung und KI steige. Ein Hemmnis für den Fortschritt ist laut Dr. Albrecht Franz die „kleinteilige Struktur der Baubranche”: Die Budgets sind überschaubar und Innovationen sind oft nur sinnvoll, wenn alle Projektbeteiligten, also auch die anderen Gewerke, digital ebenfalls auf diesem Stand sind. Dazu kommen bürokratische Hürden wie der EU-AI Act. 

Wie gelingt der Wandel? 

Das IRB zieht aus seiner letzten Studie vier Handlungsempfehlungen:

  • Unternehmen müssen Ressourcen für die digitale und nachhaltige Transformation gezielt aufbauen.
  • Der Innovationsgeist der Branche sollte gefördert werden.
  • Die Grundlagen der Digitalisierung müssen stehen, damit neue Technologien sinnvoll genutzt werden können.
  • Das Verständnis von Nachhaltigkeit sollte weiter ausgebaut werden.

Welche Potenziale die KI für die Baupraxis bietet und welche „Green Skills“ Unternehmen brauchen, lesen Sie im kompletten Interview. 

Das Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau veranstaltet außerdem am 21. und 22. April 2026 in Heilbronn das 3. Transformationsforum Bau  und bietet zudem mit „Green Skills”  einen Nachhaltigkeitscheck an.

zuletzt editiert am 09. März 2026