Nahaufnahme einer Trägerplatte
Trägerplatten für Flächenheizungen, die aus Stroh gefertigt werden, reduzieren den Kohlendioxidfußabdruck erheblich. (Quelle: Blanke)

Nachhaltigkeit 2024-05-19T22:00:00Z Nachhaltige Flächenheizung

Beim nachhaltigen Bauen stehen zunehmend die Baumaterialien selbst im Fokus. Ein Beispiel für nachhaltige Produkte sind Flächenheizungssysteme aus Stroh und Pappe, die von Fliesenlegebetrieben verarbeitet werden können.

Flächenheizungssysteme sind energieeffizient und ressourcenschonend – aber auch die in der Produktion verarbeiteten Rohstoffe können zusätzlich zur Reduzierung des Kohlendioxidfußabdrucks beitragen. So sind zum Beispiel Produkte mit Trägerplatten aus Stroh und Randdämmstreifen aus Pappe erhältlich.

Nahaufnahme einer Trägerplatte - in die eingefrästen Nuten wurden Aluminiumbleche gepresst
Abschließend wird ein Aluminiumleitblech auf die Systemplatten gepresst, das sich zum Recycling wieder sortenrein ablösen lässt. (Quelle: Blanke)

Schnell nachwachsender Rohstoff

Stroh wächst schnell nach und ist ein Nebenprodukt der landwirtschaftlichen Produktion – und nicht zuletzt ein hochwertiges und ökologisches Baumaterial. Die Herstellung von Systemplatten auf Strohbasis ist ein umweltfreundlicher Prozess, der sowohl nachwachsende Ressourcen nutzt als auch einen sehr geringen Energiebedarf hat. Gleichzeitig weisen die so hergestellten Systemplatten auch gute thermische Eigenschaften auf und tragen zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden bei.

Hoher Energieaufwand

Im Gegensatz dazu basieren herkömmliche EPS-Systemplatten auf fossilen Rohstoffen, deren Förderung und Verarbeitung negative Auswirkungen auf die Umwelt haben. Sowohl die Rohölförderung und die nachfolgende Rohstoffweiterverarbeitung als auch der eigentliche Herstellungsprozess benötigen erhebliche Mengen an Energie und führen zur Freisetzung von Treibhausgasen. In der Kohlendioxidbilanz schneidet Stroh eindeutig besser ab: Es bindet sogar während seines Wachstums Kohlendioxid aus der Atmosphäre und speichert es in den Platten. Im Gegensatz dazu führt die Herstellung von EPS-Platten zu erheblichen Kohlendioxidemissionen.

Wellpappe statt Kunststoff

Auch Randdämmstreifen sind aus Pappe statt Kunststoff erhältlich. Wellpappe wird heute zu bis zu 89 Prozent aus recycelten Papierfasern hergestellt. Auch in diesem nahezu geschlossenen Rohstoffkreislauf wird genau der Anteil an Kohlendioxid gespeichert, der von den Bäumen in ihrer Wachstumsphase aufgenommen und in Sauerstoff umgewandelt wurde.

Nahaufnahme einer Rolle eines aus Pappe gefertigten Randdämmstreifens
Randdämmstreifen aus Pappe sind die nachhaltige Alternative zu aus Kunststoff gefertigten Dämmstreifen. (Quelle: Blanke)

Beide Alternativen zeigen, dass herkömmliche Systeme auf nachhaltige Rohstoffe umgestellt werden können, ohne dass es zu technischen Einschränkungen kommt.

Mehr zum Herstellungsprozess und zur Energiebilanz der Flächenheizungssysteme aus Stroh und Pappe lesen Sie in Ausgabe 5/2024.

zuletzt editiert am 22. Mai 2024
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