Ein Cartoon: Eine Frau am Schreibtisch dreht sich zu einer mexikanischen Kapelle um, die hinter ihr Musik spielt, und sagt: 'Schluss jetzt, ich muss arbeiten!'
Manch einer wünscht sich eine kleine Privatband zur Motivation – aber bitte nicht zu viel Tamtam. Quelle: Michael Hüter/DGUV

Betrieb

29. April 2021 | Teilen auf:

Musik im Homeoffice – Motivator oder Konzentrationskiller?

Der eine liebt es, die andere bekommt die Krise: Musikhören beim Arbeiten ist nicht jedermanns Sache. Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) erklärt, wann Musik beim Arbeiten hilft.

Musikhören in moderater Lautstärke kann, so das IFA, bei der Arbeit zu Hause für zusätzliche Energie sorgen und gegen den „Homeoffice-Blues“ wirken. Das gilt allerdings nur für einfache Arbeiten. Bei anspruchsvollen Aufgaben ist Musik kontraproduktiv und kann das konzentrierte Arbeiten stören.

Knapp ein Viertel der Beschäftigten arbeitet nach Angaben der Hans-Böckler-Stiftung inzwischen im Homeoffice, vor der Corona-Krise waren es nur vier Prozent. Gleichzeitig steigen vor allem die psychischen Belastungen deutlich an. Da liegt es nahe, die positiven Eigenschaften von Musik zu nutzen, um Stimmung und Arbeitsmotivation zu Hause zu fördern. Das Thema Musikhören bei der Arbeit wird allerdings in der Wissenschaft kontrovers diskutiert.

Musik hilft bei eintönigen Arbeiten

„Grundsätzlich gilt auch beim Musikhören im Homeoffice: Weniger ist fast immer mehr. Unsere Ohren stehen ständig auf Empfang. Für sie ist Stille Erholung pur", sagt Dr. Florian Schelle, Lärmexperte im IFA. Wichtig sei zudem, dass die Wirkung von Musik immer in Kombination mit der Arbeitsaufgabe zu sehen sei: „Tatsächlich kann bei einfachen, sich wiederholenden Arbeiten – wie etwa der Dateneingabe – dezente Musik förderlich sein. Gleichmäßige Rhythmen sorgen für eine gleichmäßige Arbeitsweise und geben Schwung.“

Andererseits beansprucht Musik Kapazitäten des Arbeitsgedächtnisses. Das lenkt ab, führt zu Fehlern und macht schneller müde, selbst wenn dies der eigenen Wahrnehmung widerspricht. Bei komplexen Aufgaben empfiehlt der Experte daher, auf Musik zu verzichten.

Schelle erklärt: „Nutzen Sie Musik vor allem in den Arbeitspausen. Da darf sie gerne auch etwas dynamischer sein, solange sie nicht zu laut wird.“

Wenn die Arbeitsumgebung unruhig ist, kann laut IFA Musik auch helfen, störende Einflüsse auszublenden und sich besser zu konzentrieren. Hierzu eignen sich Hintergrundmusik mit geringer Lautstärke und Dynamik oder auch Naturgeräusche wie Vogelgezwitscher und Wasserplätschern.

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