Neben der Fassade spielt auch der Bodenbelag eine wichtige Rolle. Bei Großprojekten findet immer wieder Naturstein wie der Muschelkalk Anwendung. Denn dabei handelt es sich um ein lebendiges und trotzdem homogenes Material, das Flächen eine harmonische Abwechslung verleihen kann. (Foto: Traco)
Muschelkalk bildete sich vor circa 230 Millionen Jahren durch den lagenweisen Eintrag feiner Kalkschlämme, die sich mit fossilen Muschelresten sowie Schalentrümmern aus Flora und Fauna vermischten. Dadurch besitzt er in seiner ursprünglichen Form eine stark ausgeprägte Bankung, welche die übereinander gelagerten Schichten erkennen lassen. Je nach Vorkommen ist er porig bis dicht. Heute existieren nur noch wenige einheimische Steinbrüche des vergleichsweise seltenen Muschelkalks. Deshalb besitzen Gebäude, deren Innenbereich mit einem Bodenbelag des Steins versehen ist, eine besondere Ausstrahlung, wie die Anbieter dieses Natursteins erklären. Das zeige sich an Beispielen wie dem AOK-Dienstleistungszentrum am Stuttgarter Löwentor und der Hauptdirektion der Inter Versicherungsgruppe in Mannheim.
Muschelkalk als „wohngesundes“ Material
Als gesetzlicher Krankenversicherer steht die AOK in erster Linie für Gesundheit, weshalb sich bei der Planung des neuen Dienstleistungszentrums durch wma architekten ein ökologisches und „wohngesundes“ Material wie Muschelkalk als Bodenbelag „förmlich aufdrängte“. Darüber hinaus steht es im Einklang mit der filigranen Fassadengestaltung, die sich durch einen hohen Glasanteil, tiefe und versetzte Elemente in unterschiedlichen Breiten sowie umlaufende horizontale Bänder auszeichnet. Der verwendete Kohlplatter Muschelkalk wurde in Form von großformatigen, geschliffenen Platten in unterschiedlichen Grau- und Brauntönen auf einer Gesamtfläche von 1 800 Quadratmeter verlegt; hinzukommen insgesamt 600 Tritt- und Setzstufen.

Das Gestaltungsspektrum des Kohlplatter Muschelkalks soll sich an der Inter Versicherungsgruppe in Mannheim zeigen. Bei deren Hauptdirektion, deren Neu- beziehungsweise Umbau auf die Planung von MOW Architekten zurückgeht, wurde im Foyer und Gastronomiebereich als Bodenbelag der gleiche Stein wie in der Stuttgarter AOK verwendet. Doch durch die überwiegend braune Farbgebung und das versetzte Verlegemuster mit Platten in wechselnden Größen entstehe eine vollkommen andere Wirkung, wie die Architekten erklären. Statt dezent im Hintergrund zu bleiben, soll der Belag als maßgebliches Designelement in den Fokus rücken und dem Eingangsbereich eine warme Willkommensatmosphäre verleihen. Für einen Übergang ins erste Obergeschoss sorgt eine Wendeltreppe, deren Stufen aus edelgrauem Kohlplatter Muschelkalk bestehen.
Thüringisches Unternehmen auf Muschelkalk spezialisiert
Geht es um anspruchsvolle Muschelkalkböden im Innenbereich sind alle Beteiligten auf Hersteller angewiesen, die über das nötige Fachwissen und qualitativ hochwertiges Material verfügen. Bei der Realisierung des AOK-Dienstleistungszentrums und der Hauptdirektion der Inter Versicherungsgruppe vertrauten die Verantwortlichen auf Traco. Das thüringische Unternehmen besitzt nach eigenen Angaben über 100 Jahre Erfahrung in der Natursteingewinnung und -verarbeitung und betreibt mehr als ein Dutzend eigene Steinbrüche in ganz Deutschland.

Mit der Spezialisierung auf heimische Klassiker wie Muschelkalk, Travertin und Sandstein verfüge Traco über ein breites Spektrum edler Gesteine, die in der modernen Produktionsstätte in Bad Langensalza maßgenau angefertigt werden. Der Hersteller will zudem eine professionelle Projektbegleitung anbieten, damit einer schnellen und kostensicheren Umsetzung nichts im Wege stünde.