Wie kann man Mitarbeiter im Unternehmen halten? Wirtschaftspsychologen der Universität Trier haben ein Werkzeug für Mitarbeitergespräche entwickelt, mit dem sich die Zufriedenheit der Angestellten ermitteln lässt. Ein Praxistest läuft gerade in Betrieben der rheinland-pfälzischen Handwerkskammern. (Foto: Universität Trier)
Mit „MotivSORT“ kann man in Mitarbeitergesprächen entscheidende Erkenntnisse einfach gewinnen. Vor allem geht es um die Frage, was dem Mitarbeiter in seinem Beruf wichtig ist – denn nur wer zufrieden ist und seine beruflichen Erwartungen erfüllt sieht, fühlt sich an das Unternehmen gebunden. „Am Ende des Gesprächs lässt sich ablesen, wie die Motive des Mitarbeiters und die Gegebenheiten im Betrieb zusammenpassen“, erklärt Christian Jaster. Er hat „MotivSORT“ in seiner Masterarbeit an der Universität Trier bei Prof. Dr. Thomas Ellwart entwickelt und dafür den Ökonomiepreis der Handwerkskammer Trier erhalten.
Mit dem Werkzeug kann die Führungskraft prüfen, ob es ein Gefälle gibt zwischen den Erwartungen des Mitarbeiters und der Arbeit im Betriebsalltag. Ob und wie diese Diskrepanzen ausgeglichen werden können, muss dann jeder selbst entscheiden.
Der Lohn ist nicht das Wichtigste
Wer befürchtet, dass Mitarbeiter Gespräche nur führen, um mehr Lohn rauszuschlagen, liegt falsch: „Das Thema Verdienst rangierte bei bisherigen Befragungen eher im mittleren Bereich. Sehr wichtig ist den Mitarbeitern hingegen eine hohe Kollegialität sowie regelmäßiges Feedback durch die Vorgesetzten“, sagt Christian Jaster.
Kartenbox erleichtert die Gesprächsführung
Der Leitfaden „MotivSORT“ besteht aus einer Box, die Karten mit beruflichen Aspekten wie Arbeitsweg, Atmosphäre oder Abwechslung enthält. Diese Karten legt der Mitarbeiter auf einer Vorlage auf unterschiedliche Plätze, je nach Wichtigkeit des Motivs. Außerdem markiert er, wie sehr dieser Aspekt in seiner Arbeit erfüllt ist. So können Chefs sehen, wie die Arbeit in ihrem Unternehmen wahrgenommen wird.
Die in der aktuellen Projektphase gesammelten Daten werden ausgewertet und helfen, das Instrument weiterzuentwickeln.
Das Projekt „MotivSORT“ wird von der Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern in Rheinland-Pfalz und dem Wirtschaftsministerium im Programm „Handwerk attraktiv“ gefördert.
