Handel, Handwerk und Gastgewerbe in Nordrhein-Westfalen appellieren an die Bundesregierung, Minijobs als bewährte und flexible Beschäftigungsform zu erhalten. Geplante Reformen könnten Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen belasten.
Der Deutsche Hotellerie- und Gastronomieverband DEHOGA, Der Handelsverband Nordrhein-Westfalen Rheinland und die Handwerkskammer Düsseldorf sprechen sich gemeinsam gegen eine Verteuerung von Minijobs aus. Anlass ist die aktuelle Diskussion über die künftige Ausgestaltung dieser Beschäftigungsform. Zwar sollen Minijobs nach bisherigem Stand bestehen bleiben, doch mögliche höhere Pauschalsteuern und zusätzliche Sozialversicherungsbeiträge könnten sie für Arbeitgeber deutlich teurer machen.
Minijobs sind für Betriebe unverzichtbar
Die drei Institutionen betonen, dass Minijobs für viele Betriebe unverzichtbar sind. Sie helfen dabei, Auftragsspitzen, saisonale Schwankungen und Randzeiten flexibel abzudecken. Gleichzeitig bieten sie Studierenden, Rentnerinnen und Rentnern sowie Menschen mit Betreuungsaufgaben oder einer Nebentätigkeit eine unkomplizierte Möglichkeit, Einkommen zu erzielen. Gerade angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels dürften bewährte Beschäftigungsmodelle nicht zusätzlich belastet werden.
Patrick Rothkopf, Präsident des DEHOGA Nordrhein-Westfalen, warnt vor den Folgen einer Reform: „Wir brauchen weiterhin eine Beschäftigungsform, die die wirtschaftliche Realität in den Betrieben abbildet. Sie muss unbürokratisch, flexibel und wirtschaftlich attraktiv für Aushilfen und bezahlbar für Arbeitgeber sein.“
Regelungen müssen praxistauglich sein
Auch Handel und Handwerk sehen in Minijobs einen wichtigen Baustein der Personalplanung und fordern praxistaugliche Rahmenbedingungen statt zusätzlicher Belastungen. Gemeinsam appellieren die Verbände an die Bundesregierung, Minijobs nicht schleichend unattraktiv zu machen. Wer ihre Bedeutung anerkenne, dürfe sie nicht durch höhere Steuern oder zusätzliche Sozialabgaben verteuern – insbesondere in Zeiten schwacher Konjunktur und steigender Arbeitskosten.
