Der Ausbildungsmarkt am Bau hat sich trotz der Corona-Krise positiv entwickelt: Im laufenden neuen Ausbildungsjahr ist die Zahl der Ausbildungsverhältnisse im Vergleich zum Vorjahr laut SOKA Bau um 3,4 Prozent gestiegen. (Foto: Leeroy Agency, Pixabay)
Rund 14.150 neue Ausbildungsverträge sind im Baugewerbe in diesem Jahr geschlossen worden. Auch die Gesamtzahl der Auszubildenden hat um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugenommen, etwa 41.000 Nachwuchskräfte befinden sich in Ausbildung. Grund dafür ist ein regelrechter Jahresendspurt: Besonders im Oktober und November seien noch zahlreiche Ausbildungsverträge geschlossen worden, so die SOKA Bau. Möglicherweise habe zunächst die Unsicherheit durch die Corona-Krise zu einem Aufschub der Vertragsabschlüsse geführt.
Mehr Ausbildungsstellen als Bewerber
Bis September waren Bewerberzahlen und Ausbildungsstellen noch zurückgegangen – im Hoch- und Tiefbau mit fünf Prozent allerdings weniger stark als über alle Ausbildungsberufe hinweg (7,5 Prozent). Die Zahl der angebotenen Ausbildungsstellen war laut Bundesagentur für Arbeit um drei Prozent gesunken beziehungsweise im Tiefbau konstant geblieben. Dennoch bleiben aufgrund des hohen Fachkräftebedarfs viele Ausbildungsstellen unbesetzt: Auf 100 Stellen kommen im Hoch- und Tiefbau weniger als 50 Bewerber. Über alle Branchen hinweg ist der Ausbildungsmarkt dagegen nahezu ausgeglichen.
Bauwirtschaft sticht auch bei befristeten Verträgen heraus
Mit der positiven Entwicklung am Ausbildungsmarkt nimmt die Baubranche in der aktuellen Krise wieder einmal eine Sonderrolle ein. Gleiches gilt auch für befristete Arbeitsverträge: Aktuell warnt die IG BAU vor dem Verlust hunderttausender befristeter Jobs durch die Corona-Krise – allerdings nicht in der Bauwirtschaft. Dort sind nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nur 1,2 Prozent aller Stellen befristet. Baufirmen hätten erkannt, dass man Fachleute nur halte, wenn man ihnen eine langfristige Perspektive biete, sagt IG BAU-Bundesvorsitzender Robert Feiger. Er appelliert an die anderen Branchen: „Die Wirtschaft kann sich schon mit Blick auf den Fachkräftemangel keine ‚Generation Corona‘ erlauben. Wer heute den Nachwuchs hält, hat morgen bessere Karten.“
