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Fotos: Informationsdienst Naturstein / Trier

Naturstein 2011-02-02T00:00:00Z Marmor: Faszination des Ewigen

Es gibt einen Werkstoff, der über Jahrtausende hinweg Könige und Kaiser begeisterte und der in der heutigen Zeit auch für private Bauherren erschwinglich ist: Marmor, ein Gestaltungselement von unvergleichbarem Image. (Fotos: Informationsdienst Naturstein / Trier)

Italien hat eine sehr lange Tradition in der Verarbeitung von Marmor und ein ausgeprägtes kulturelles Empfindung für Naturstein. Dort wird beispielsweise ein grauer Marmor als optisch warm empfunden, während man einen Granit in erdwarmen Farbtönen als kalt empfindet. Es muss also mehr geben als die technisch wissenschaftliche Farbenlehre, um das Wesen eines Marmors zu begreifen.

Da es sich um emotionale Empfindungen handelt, ist es schwierig, die Faszination, die Marmor bei uns auslöst, auf eine rationale Art zu erklären. Man kann nur ansatzweise einen Versuch starten. Letztendlich wird jeder Betrachter individuell von diesem Werkstoff angesprochen. Ob in Form von Skulpturen, Säulen, Wandbekleidungen oder Bodenbelägen, Marmor stahlt eine zeitlose Eleganz aus. Dies ist sicherlich auch der Grund für die Herstellung keramischer Imitate, die in großem Stil am Markt angeboten werden. Es handelt sich dabei in technischer Hinsicht sicherlich um ausgereifte Belagsmaterialien. Werbeaussagen wie "Marmor aus der Fabrik" lassen vermuten, dass man in der Lage sei, die Natur künstlich herzustellen. Es handelt sich dabei jedoch lediglich um Produkte in "Marmoroptik", die das Wesen des Steins ausschließlich interpretieren, aber nicht reproduzieren können.

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Vor allem sollte man bedenken, dass es sich bei Marmor um einen völlig anderen Ausgangsstoff handelt. Marmor besteht nämlich im Gegensatz zur keramischen Fliese nahezu ausschließlich aus dem Mineral Calcit. Dieses Mineral ist durchscheinend. Dadurch entsteht eine unvergleichliche Tiefenwirkung. Man kann diesen Effekt ganz einfach nachvollziehen. Hierzu muss man lediglich eine Marmorfliese in die Hand nehmen und vor eine Lichtquelle halten. Dann wird man erkennen, dass sich die Finger der Hand durch die Platte hindurch abzeichnen.

Diese besondere Eigenschaft nimmt man bei plastischen Elementen wie Säulen oder Skulpturen sofort wahr. Selbst auf Flächen wie Boden- oder Wandbelägen wird eine optische Tiefe erzeigt, die der Fläche eine dreidimensionale Wirkung verleiht Eine Besonderheit ergibt sich dann, wenn Marmor von der untergehenden Sonne angestrahlt wird. In diesem Moment scheint der Stein eine innere Leuchtkraft zu entwickeln, die man zwar erleben, aber nicht in Worte fassen kann.

zuletzt editiert am 11. März 2021
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