Die Marmomacc, Fachmesse für Naturstein und Verarbeitungstechnologien, zog im September viele Besucher nach Verona. Die guten Geschäftszahlen aus dem Export hinterließen an den Ständen der Aussteller viele freudige Gesichter. (Foto: Antolini)
Die diesjährige Messe für Naturstein und Verarbeitungstechnologien, Marmomacc, meldet einen Besucheranstieg von 15 Prozent auf über 65.000 Teilnehmer. Ungefähr 54 Prozent hiervon kamen aus dem Ausland. Die meisten Besucher kamen aus Indien, gefolgt von Deutschland, der Türkei, Spanien und Frankreich.
Verschiedene Aussteller auf der Marmonacc, der Messe für Naturstein und Verarbeitungstechnologien, äußerten sich sehr positiv über den Messeverlauf und das Besucheraufkommen sowie die Besucherqualität. Die Marmomacc fand in diesem erstmals mit der Möbelmesse „Abitare il Tempo“ statt, deren Aussteller waren in den Räumlichkeiten des WTC-Centers über dem Eingangsbereich untergebracht. Die „Abitare il Tempo“ ist einer der wichtigen, historischen Fachmessen der Messe Verona. Die zeitgleiche Ausrichtung soll den Messebesuch für Planer und Architekten über das erweiterte Messeangebot noch attraktiver machen.
Gute Exportdynamik
Unterstützt wurde der Messeverlauf durch eine positive Exportdynamik bei Steinen in den ersten sechs Monaten diesen Jahres. So stiegen die Ausfuhren von Naturstein – Fertigprodukte und Blöcke – um 3,7 Prozent auf 929,7 Millionen Euro. Den größten Teil machen hier Fertigprodukte und Halbfertigprodukte aus, die ein Exportvolumen von 724 Millionen Euro generierten und damit um 1,6 Prozent höher ausfielen als im Vorjahr. Die Messe Verona präzisiert die Angabe mit dem Hinweis, dass sich der Geschäftsverlauf zur Jahresmitte hin abschwächte. Europa kehrte hingegen zu neuer Stärke zurück und nahm italienische Steine in einem Wert von fast 310 Millionen Euro (+ 4,5 Prozent) ab. In Deutschland legten der Absatz um fünf Prozent auf 71,3 Millionen Euro zu; damit habe Deutschland wieder die Rolle der „Lokomotive“ im europäischen Natursteingeschäft wieder eingenommen, so Messe in ihrer Analyse.
Maschinen für die Welt
Interessante Signale kommen auch aus dem Verkauf von Maschinen zur Natursteinbearbeitung: Die italienische Ausfuhr dieser Anlagen stieg im ersten Halbjahr um sieben Prozent auf 478,3 Millionen Euro. Käufer fanden sich vor allem in der Türkei (35,4 Millionen Euro/+ 36,4 Prozent) und in Indien (38,7 Millionen Euro/+145,6 Prozent). In Deutschland gingen die Umsätze auch um knapp 16 Prozent auf 27,6 Millionen Euro zurück.
Exotische und harmonische Farben
Das italienische Unternehmen Antolini stellte den Quarzit „Fusion Wow“ vor. Das Gestein mit spektakulären Farbzeichnungen vertreibt Antolini weltweit exklusiv. Anwendungsbereiche des Materials sind anspruchsvolle, architektonische Gestaltungen in Innen- und Außenbereichen.
Helle Töne dominieren
Die Marmi Bruno Zanet zeigte sieben neue Materialien in überwiegend hellen Farbstellungen. Hiervon kommen vier Steine aus Brasilien: Der Granit „Delicatus White“ in einem Weiß-Schwarzen Fleckmuster, sowie der „Verde Crystal“, ebenfalls ein Granit in einem dunklen, grünen Grundton. Der Quarzit „Luce di Luna“ ist hingegen in einem hellen Tönen gehalten und wird von zarten, silberfarbenen Änderungen durchzogen. Der Quarzit „Caju“ weist eine Agglomerat-artige Körnung mit warmen und goldfarbenen Einschlüssen auf. Der helle Marmor „King Beige“ wird hingegen in der Türkei gebrochen. Einen betont eleganten Eindruck hinterließ der iranische Onyx „Onice Bianco“ in seien Farbspielen von Weiß bis Beige.
„Auf dem richtigen Weg“
Die Messe Verona sieht die Marmomacc auf dem richtigen Weg: Trotz Italiens Probleme auf dem Binnenmarkt und den internationalen Krisen, die auch wichtige Absatzmärkte der italienischen Natursteinindustrie betreffen, konnte die Messe die Besucherzahlen steigern. Für den Präsidenten der Messe Verona, Ettore Riello, war die Veranstaltung ein „fundamental wichtiger Übergang“ zur zukünftigen Ausrichtung der Natursteinsalons. Neben der Zusammenarbeit mit der Mailänder Weltausstellungen Expo 2015 wird auch dem weiteren Zusammengehen mit der „Abitare il Tempo“ eine strategische Bedeutung zugeschrieben.
Die nächste Marmomacc findet vom 30. September bis zum 3. Oktober 2015 statt.
