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Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, gab die Zahlen der Herbstprognose bekannt. (Foto: ZDB)

2012-09-06T00:00:00Z Loewenstein: Baugewerbe ist trotz Konjunktureintrübung auf Wachstumskurs

Trotz Konjunktureintrübung geht der Zentralverband Deutsches Baugewerbe weiter von einer Steigerung des Umsatzes im Bauhauptgewerbe bis zum Jahresende aus. Wachstumsmotor ist und bleibt dabei vor allem der Wohnungsbau. (Foto: ZDB)

Insgesamt erwartet der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) für das Bauhauptgewerbe bis zum Jahresende einen Umsatz von etwas mehr als 94 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 2,3 Prozent entspräche. Diese Zahlen stellte Verbandspräsident Hans-Hartwig Loewenstein während der Herbstpressekonferenz des Deutschen Baugewerbes in Berlin vor. Bei der Frühjahrsprognose ging der ZDB allerdings noch von fast 96 Milliarden Euro aus, was einem Plus von 3,8 Prozent entsprochen hätte.

Während der Verband für den Wohnungsbau weiter von einem Plus von 6,7 Prozent ausgeht, korrigiert er die Prognose für den Wirtschaftsbau von +4,1 Prozent auf +2,5 Prozent nach unten. Den größten Einbruch sieht der ZDB beim öffentlichen Bau: Dessen Umsatzentwicklung liegt laut Prognose nun bei einem Minus von -2,7 Prozent. Im Frühjahr ging der Verband noch von einem leichten Wachstum um 0,3 Prozent aus. Das Beschäftigtenniveau erwartet Loewenstein bei etwa 745.000 und damit leicht im Plus (+1,5 Prozent).

Positive Entwicklung im Wohnungsneubau

Aufgrund der Baugenehmigungszahlen geht der Verband davon aus, dass die gute Wohnungsbaukonjunktur weiter trägt. Die positive Entwicklung im Wohnungsneubau werde gegenwärtig immer noch durch ein niedriges Zinsniveau, einen stabilen Arbeitsmarkt und steigende Einkommen gestützt. Die Verunsicherung über die Folgen der Staatsschuldenkrise lasse Investitionen in heimische Immobilien vorteilhaft erscheinen. So zeigt der Erwerb von Wohneigentum überproportionale Steigerungsraten von 16 Prozent.

Loewenstein wies jedoch darauf hin, dass trotz dieser positiven Entwicklung im Wohnungsneubau weiterhin zu wenig neue Wohnungen auf den Markt kommen. "Auch im vergangenen Jahr wurde mit 183.000 fertig gestellten neuen Wohneinheiten die von vielen Instituten und Experten eigentlich für notwendig erachtete Zahl von 230.000 neuen Wohnungen deutlich verfehlt", sagte er.

Weitere Steigerung auch im Wirtschaftsbau

Von einer weiteren Steigerung geht das Deutsche Baugewerbe auch im Wirtschaftsbau aus. Die Prognosezahlen fallen allerdings geringer aus, als noch im Frühjahr. Allein der Öffentliche Bau verzeichnet im ersten Halbjahr 2012 einen Umsatzrückgang, der mit minus 8,4 % deutlich ins Kontor schlägt, so Loewenstein.

Loewenstein wies daraufhin, dass die jährlichen Investitionen in Umbau, Ausbau und Sanierung der kommunalen Verkehrsnetze im letzten Jahrzehnt stark gesunken seien und nur noch rund die Hälfte des jährlichen Bedarfs erreichten. "Das von Generationen geschaffene gesellschaftliche Vermögen verliert schon seit Jahren an Wert, weil die Investitionen wesentlich geringer als die Abschreibungen sind", kritisierte er die öffentliche Hand.

Archiv: Die Frühjahrsprognose des ZDB

www.zdb.de

zuletzt editiert am 11. März 2021
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