Der 14. Fliesentag Nordrhein wartete in Ratingen mit einem bunten Mix aus Vorträgen und Fachschauständen auf. Ob Liebeserklärung von Fliesenlegermeister Stefan Bohlken, Schadenfallbetrachtungen von Georg Bösl und Roland Willems oder Neuigkeiten aus dem technischen Ausschuss, über die Markus Ramrath informierte – es drehte sich (logischerweise) alles um „das geilste Material der Welt“, die Fliese. Rechtliche Beratung dazu gab es von Rechtsanwalt Ari-Daniel Schmitz.
Über 100 Anmeldungen konnte Joachim Dörmann, Geschäftsführer im Fachverband Fliesen- und Naturstein im Baugewerbe-Verband Nordrhein, verzeichnen und zeigte sich nicht nur davon begeistert, er war auch mit der Resonanz am Tag selbst sowie dessen Programm mehr als zufrieden.

Nachdem der Vorsitzende des Fachverbands Georg Bösl die Anwesenden begrüßt hatte – darunter auch der Ehrenvorsitzende Hans-Josef Aretz –, übernahm Fliesenlegermeister Stefan Bohlken das Mikro. In seinem unverkennbaren pinken Hoodie erklärte er den Zuhörer:innen, wie er zu der Initiative „100% Fliese – einen Liebeserklärung“ gekommen ist und was ihn beim „geilsten Material der Welt“ im Vergleich zu anderen Belägen gedanklich umtreibt. Wie beispielsweise die Werbung für Alternativen zur Fliese. „Natürlich dürfen die das machen, aber wir dürfen das auch. Die Beläge, die unsere Flächen haben wollen, die geben sogar richtig Gas.“ Dazu zeigte er ein paar Beispiele aus dem Internet.

Einladung von Felix Pakleppa
Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe, informierte im Anschluss kurz darüber, was der größte und älteste Bauverband in Deutschland tut. „Wir sind ein Wirtschaftsverband, das heißt, wir kümmern uns um Steuern, um Vergaberecht, wir reden viel mit der Politik. Wir sind ein Arbeitgeberverband, wir führen Tarifverhandlungen – da ist es nicht immer so, dass Sie Hurra sagen, was dabei herausgekommen ist, denn in der Regel geht es um Endgeldsteigerungen, um Urlaub, um die Soka und noch viele andere Themen. Und wir sind ein technischer Verband: Die Fachgruppe Fliese auf Bundesebene beschäftigt sich viel mit Normung.“ Insgesamt gibt es 30 Mitgliedsverbände. Zudem erzählte er noch, passend zu seinem Vortragsthema „Zwischen Landtagswahlen, Rezession und internationalen Krisen – bekommen wir Deutschland gebaut?“, etwas zur Politik in Berlin. Verbunden mit einer Einladung ans Auditorium: „Ich kann Sie nur einladen, sich intensiv mit uns zu beschäftigen. Kommen Sie gerne in Berlin vorbei – fahren Sie mit Ihrer Innung oder kommen Sie so mal einen Tag zu uns. Wir kümmern uns darum, dass Sie in den Bundestag gehen, dass Sie ein vernünftiges Programm haben und dann können wir deutlich intensiver über einzelne Punkte diskutieren.“

Georg Bösl und Roland Willems nahmen sich des Themas Schadenfälle an. Schwerpunkt waren dabei die Themen Reinigung von Fliesen, die Klassen der Fleckbeständigkeit und Tipps zur Haftung, wenn sich beispielweise Verschmutzungen an der bereits verlegten Fliese nicht entfernen lassen.

Von der Betriebshaftpflicht zum Widerrufsrecht
Tanja Rittmann ist seit 25 Jahren bei der Versicherung VHV beschäftigt und beriet in Kürze, wie und warum sich ein Fliesenbetrieb richtig versichern sollte. „In den 25 Jahre habe ich eins gelernt: Auf einer Baustelle sollte möglichst nur eins schiefgehen und das ist maximal die Fliese“, so Rittmann. „Gerade im Handwerk ist ganz Vieles unheimlich individuell, deshalb bieten wir Lösungen an, die ganz individuell auf Sie zugeschnitten sind.“ Sie stellte als eins der wichtigsten Themen die Betriebshaftpflichtversicherung vor, „die hoffentlich jeder von Ihnen haben wird“. Damit haben Sie beispielsweise Schutz vor Haftpflichtansprüchen.

„Ich bin glücklich eure Gespräche unterbrechen zu dürfen“, stieg Rechtsanwalt Ari-Daniel Schmitz nach der Mittagspause in seinen Vortrag „Der private Kunde – das größte Risiko für Unternehmer“ ein, um die Teilnehmenden wieder auf ihre Plätze zu ziehen. Er wies eindringlich auf das Widerrufsrecht hin. „Das ist ein Thema, das bereits zehn Jahre alt ist – aber leider noch nicht in allen Köpfen verankert“, so Schmitz. „Es ist eine rein formale Geschichte: Erfolgt keine Widerrufsbelehrung, hat der Kunde zwölf Monate und 14 Tage das Recht zu widerrufen – das kann viel Geld kosten.“

Zum Abschluss des Tages, den die Anwesenden in den Pausen zum Netzwerken und den Besuch der Fachausstellung nutzten, stellte Fliesenlegermeister Markus Ramrath Neues aus dem technischen Ausschuss des FFN vor. Er brachte alle auf Stand, was sich bei den Merkblättern und Fachinformationen getan hat. Kleiner Spoiler: Das Handbuch Technik soll es ab 2027 als Chatbot geben. Mehr dazu und zum gesamten Fliesentag lesen Sie in der F+P-Ausgabe 10/2026.