Ratgeber-Produkte

24. January 2018 | Teilen auf:

Lithofin MN Glanzsiegel: Zementfliesen - Ausfughilfe

Anwendungsgebiet: Verfugen
Beläge: Zementfliesen

Häufig wird für das Verfugen von Zementfliesen ein Selbstansatz aus zwei Teilen Trasszement und einem Teil feinem Quarzsand empfohlen. Diese Vorgehensweise soll sicherstellen, dass sich in der Ausfugmasse keinerlei Farbpigmente wie in vielen industriell hergestellten Fugenmörteln befinden. Zementfliesen werden bei der Herstellung hydraulisch gepresst. Durch den fehlenden Brennvorgang weisen sie neben einer deutlichen Wasseraufnahmefähigkeit auch eine mehr oder weniger feinporöse Oberfläche auf. Bei der Verwendung von pigmentierten Fugenmassen kommt es zu einer Anreicherung der Farbpigmente in den offenen Poren und somit zu einer Verfärbung. Besonders auffällig sind solche Farbpartikelanhäufungen, wenn Fliesen- und Fugenfarbe in Kontrast stehen.

Eine vor dem Ausfugvorgang aufgebrachte Imprägnierung verringert den Wasserentzug aus der noch frischen Fuge, was Flankenabrissen durch Schwund vorbeugt. Außerdem erleichtert sie das Abwaschen der Fuge, indem sie ein Aufbrennen des Mörtels auf der Oberfläche unterbindet. Jedoch kann das Eindringen von Farbpigmenten in die Poren der Dekorschicht hierdurch nicht verhindert werden.

Dieser Umstand hat zur Folge, dass Bauherren und Architekten die Fugenfarbe nicht als Stilelement in die Planung mit einbeziehen können. Jedoch wäre genau das bei den meist kräftigen und vielfältigen Farbtönen der Zementfliesen ein willkommenes Gestaltungsmittel.

Einen weiteren Aspekt im Hinblick auf die Verfugung gilt es dringend zu beachten: Die Dekorschicht einer Zementfliese wird bei der Fertigung aus einer Rezeptur bestehend aus Marmormehl, Weißzement und Farbpigmenten hergestellt. Somit ist klar, dass das fertige Produkt ganz ähnlich auf saure Flüssigkeiten reagiert wie kalkgebundene Natursteine. Ein „Absäuern“ zur Beseitigung von Zementschleierresten nach der Verfugung scheidet somit aus.

Die genannten Anforderungen, nämlich die Verarbeitung farbig pigmentierter Fugenmassen sowie der materialbedingt erforderliche Verzicht auf Zementschleierentferner lassen sich erfüllen, indem vor dem Verfugen Lithofin MN Glanzsiegel als vorübergehende, porenverschließende Versiegelung aufgetragen wird. Hierbei ist unbedingt darauf zu achten, dass das Produkt nicht die offene Fuge flutet. In der Praxis hat sich das Aufsprühen mit einer handelsüblichen Gartenspritze bewährt. Ganz wichtig ist die Erzielung einer ausreichend dicken Schutzschicht, welche vollflächig und ohne Fehlstellen ist. Um diese Anforderung sicherzustellen, sollte die Verarbeitung in zwei Arbeitsgängen kreuzweise erfolgen, wobei vor Auftrag der zweiten Schicht eine ausreichende Trocknung der ersten Schicht (ca. 30 Minuten) erforderlich ist. Nach entsprechender Grifffestigkeit der Versiegelung (ca. 60 Minuten) kann wie gewohnt mit dem Ausfugen begonnen werden.

Der Verleger kann sich dann voll und ganz auf die Herstellung einer gleichmäßigen Fuge konzentrieren. Beim Abwaschen der Oberfläche ist ein rückstandsfreies Entfernen des Zementschleiers nicht erforderlich, da die Schutzschicht und die darauf angetrockneten Fugenreste zu einem späteren Zeitpunkt wieder entfernt werden. Das beugt der Gefahr vor, die Fuge zu tief auszuwaschen oder durch den Eintrag von zu viel Wasser die frische Fuge in ihrer Farbhomogenität zu beeinträchtigen.

Nach Aushärtung der Fuge (hierzu unbedingt Herstellerangabe zur Wasserbelastung beachten!) wird die Versiegelung Lithofin MN Glanzsiegel mit sämtlichen anhaftenden Zementschleierresten mit dem mildalkalischen Lithofin MN Grundreiniger in einer Verdünnung von 1:3 und einer Einwirkzeit von ca. 20 Minuten entfernt. Der Reinigungsvorgang muss mechanisch durch Bürste oder weißes Pad unterstützt werden.

Zur Aufnahme der Schmutzflotte hat sich in der Praxis der Einsatz eines Wassersaugers bewährt.

Tabellarische Zusammenfassung der Vorgehensweise

Autorenvita
Harald Huber
Anwendungstechniker

Harald Huber

Seit 2016 als Anwendungstechniker für die Firma LITHOFIN tätig. Der Aufgabenbereich umfasst die Produkterprobung, Erarbeitung von Sonderlösungen, Beratung und Servicetelefon. Damit verbunden sind natürlich Produktschulungen, Seminare sowie Vorträge. Die Arbeit umfasst in Problemfällen Termin und Beratung vor Ort.

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