Container sind an einem Hafen gestapelt. Quelle: Pixabay
Die Lieferung von Baumaterialien ist für viele Rohstoffe und Produkte ins Stocken geraten. Quelle: Pixabay

Aktuell

14. May 2021 | Teilen auf:

Lieferengpässe könnten Bauwirtschaft lahmlegen

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) fürchtet, dass etliche Baubetriebe in die Kurzarbeit gehen müssen. Die aktuellen Lieferengpässe betreffen viele Baumaterialien, ohne die geplante Projekte nicht umgesetzt werden können. Der Verband fordert deshalb ein Entgegenkommen der Politik.

Angesichts dieser Situation wandte sich der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Marcus Nachbauer, an die Bundesregierung: „Die mangelnde Verfügbarkeit von vielen Baustoffen behindert den Baustellenbetrieb und damit die Gewerke in ihrer Arbeit. Das Problem umfasst etliche Baumaterialien: Rohre für Fundamente fehlen, Kunststoffe und Kupfer für Kabel und Rohre sind Mangelware. Folien, Dämmstoffe und Holz für den Dachstuhl sind nicht vorhanden, auch für Tragwerkskonstruktionen im Stahlbau stellen wir Engpässe fest. Wir müssen davon ausgehen, dass sich die Materialversorgung in den nächsten Wochen leider nicht normalisieren wird. Es wird daher vermehrt zu Behinderungen im Baustellenbetrieb kommen. Eine zunehmende Anzahl unserer Unternehmen erwartet, Kurzarbeit anmelden zu müssen.“

ZDB fordert weiterhin erleichterte Kurzarbeitergeld-Anträge

Nachbauer fordert daher von der Bundesregierung eine Verlängerung der Erleichterungen zur Beantragung von Kurzarbeitergeld bis zum 31. Dezember 2021 für alle Betriebe.

Für den öffentlichen Bau schlägt Nachbauer die Berücksichtigung von Stoffpreisgleitklauseln bei neuen Aufträgen vor. „Weitere Preissteigerungen, aber auch -senkungen besonders betroffener Baustoffe können über eine derartige Regelung für beide Vertragspartner angemessen ausgeglichen werden“, so Nachbauer. Darüber hinaus sollten die öffentlichen Auftraggeber auf Sanktionen bei Verzögerungen aufgrund von Lieferengpässen verzichten.

Nachbauer versprach allerdings auch, dass die 370.000 Unternehmen des deutschen Bau- und Ausbauhandwerks alles in ihrer Macht Stehende dafür tun werden, um den Baustellenbetrieb aufrechtzuerhalten. „In einem gemeinsamen Gespräch mit der Bundesregierung, den Baustoffherstellern und dem Fachhandel könnten wir die aktuelle Lage wie auch mögliche Lösungswege gemeinsam diskutieren und vereinbaren“, schlägt er vor.

www.bv-bauwirtschaft.de