Tadelakt - Bereits in der Antike wurden durch die marokkanische Edelputztechnik Trinkwasserzisternen und Wasserleitungen abgedichtet. Diese alte Handwerkskunst findet mittlerweile auch in nördlichen Gefilden immer mehr Liebhaber, und zwar vorwiegend für die Veredelung von Oberflächen. Marlies Simon (Foto: Life Boxx)
Tadelakt leitet sich von dem marokkanischen Wort "dellek" ab, was soviel heißt wie zerdrücken, kneten. Dieses Zerdrücken ist wichtig, damit die Putzoberfläche ihren für Tadelakt typischen Glanz und ihre wasserfesten Eigenschaften erhält. Doch dazu später.
Das Material
Tadelakt wurde vor allem in der Region um Marrakesch angewendet. Das hatte seinen Grund, denn hier befand sich ein natürliches Kalkvorkommen. Die Beschaffenheit dieses Rohstoffs war optimal, weil das Kalkgemisch mit dem Sand der Sahara versetzt war. Es musste nur noch gebrannt und gelöscht werden und schon hatte man einen gebrauchsfertigen Kalkputz. Die Qualität des Naturmaterials aus Marokko ist nicht konstant und auch die Sieblinie ist nicht optimal. Das hat zur Folge, dass die meisten Tadelaktflächen in und an marokkanischen Gebäuden von charakteristischen feinen Haarrissen durchzogen sind. Was in Nordafrika als typisch gilt, wird in unseren Regionen oftmals als optischer Makel angesehen. Deshalb wurden bei den in Deutschland angebotenen Tadelakten die Sieblinien optimiert, sodass keine Risse entstehen können und sich das Material außerdem leichter verarbeiten lässt.
