Äthiopische Flagge
Die äthiopischen Bewerber haben größtenteils schon eine Ausbildung in der Baubranche. (Quelle: Pixabay)

Betrieb

23. December 2022 | Teilen auf:

Kooperation: Bau-Auszubildende aus Äthiopien

Deutschsprechende Auszubildende aus Äthiopien sollen für deutsche Bauunternehmen angeworben werden: Dazu haben der Deutsche Auslandsbau-Verband und das Äthiopische Arbeitsministerium eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

Der Deutsche Auslandsbau-Verband (DABV) und das äthiopische Arbeitsministerium haben sich über die Anwerbung von Auszubildenden für baugewerbliche Unternehmen verständigt. Der DABV unterzeichnete dieses Abkommen in Namen aller im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) organisierten 35.000 Bauunternehmen bundesweit.

Das Memorandum of Understanding sei „ein wichtiger Schritt, um junge und hochmotivierte Auszubildende aus Äthiopien in das deutsche Baugewerbe beruflich und außerberuflich zu integrieren“, erklären die zum ZDB gehörenden Bauverbände NRW .

Großteil der Bewerber mit Ausbildung

Die Mehrzahl aller Kandidaten sind Mitte 20 und haben bereits in Äthiopien eine Ausbildung im heimischen Bausektor durchlaufen. Um passende Auszubildende zu finden, definiert der DABV die Kriterien und der äthiopische Partner identifiziert die Kandidaten. Darüber hinaus soll den Kandidaten in ihrer Heimat ein realistisches Bild zum Thema „Arbeiten und Leben in Deutschland“ vermittelt werden. Anschließend erfolgt das (digitale) Bewerbungsgespräch mit interessierten Bauunternehmen und im Erfolgsfall kann sofort der Ausbildungsvertrag unterzeichnet werden.

Engpass: Sprachkurse

Die Deutschkurse bis zum Sprachniveau B1 werden in Äthiopien durchgeführt und bilden den derzeitigen Flaschenhals, denn es werden zu wenig Kursplätze angeboten. „Wir hoffen, dass die im Eckpunktepapier festgestellten Defizite im Fachkräfteeinwanderungsgesetz von der Ampelregierung in Berlin entsprechend beseitigt werden“, so Dipl.-Ing & Dipl. Kfm. Heinz G. Rittmann, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des DABV.

Das Memorandum basiert auf dem entwickelten Poolansatz der Bauverbände NRW, der die Aufgaben, finanzielle Verantwortung und Koordination sinnvoll zwischen Verbänden, Firmen und Partnerorganisationen in Äthiopien aufteilt. Mit dem Ministerium für Arbeit und Qualifikation (Ministery of Labour and Skills) „konnte ein starker Partner gewonnen werden, mit dem sich in Zukunft bestimmt noch weitere Pläne zur Fachkräfteeinwanderung umsetzen lassen“, so die Bauverbände NRW. Der DABV habe außerdem zuvor bereits erfolgreich Kandidatinnen und Kandidaten aus Marokko und Mosambik übermittelt.

zuletzt editiert am 20.12.2022