Ein Umsatzplus von 3,8 Prozent, Zuwächse beim Wohnungs- und beim Wirtschaftsbau sowie immerhin eine schwarze Null beim öffentlichen Bau, dazu noch steigende Beschäftigungszahlen: Die Konjunkturprognose des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe lässt auf ein gutes Baujahr 2012 schließen. (Grafik: ZDB)
Mit seinen aktuellen Prognosezahlen sieht der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) insgesamt einen zuversichtlichen Start in das Baujahr 2012. Für den Umsatz im Bauhauptgewerbe rechnet der Verband mit 95,7 Mrd. Euro und somit mit einer Steigerung von 3,8 Prozent. Die Umsatzsteigerung wird laut ZDB ähnlich wie in 2011 vor allem vom Wohnungsbau und vom Wirtschaftsbau geleistet. Wichtigster Unsicherheitsfaktor der aktuellen Konjunkturprognose bleibe die schwelende Finanz- und Eurokrise.
Mit der Umsatzsteigerung einher gehe eine Zunahme von Arbeitsplätzen. Hier rechnet der Verband mit einem Plus von 2,2 Prozent. Damit wären im Jahresdurchschnitt 750.000 Menschen in den Bauunternehmen beschäftigt.
Dynamik im Wohnungsbau
Besonders der Wohnungsbau nehme seine Dynamik aus 2011 mit: So zeigten die Bauge-nehmigungen laut ZDB im Dezember noch einmal eine deutliche Steigerung von über 40 Prozent. Auch die Auftragsbestände und die Auftragseingänge weisen auf gute Geschäfte hin. Für die kommenden Monate geht Verbandspräsident Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein davon aus, dass die günstigen Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau erhalten bleiben, seine Dynamik aber nachgibt. Daher rechne er damit, dass der Umsatz im Wohnungsbau um 6,7 Prozent auf 33 Mrd. Euro steigen wird.
Auch für Wirtschaftsbau sagt der ZDB eine weitere Zunahme voraus: Die Auftragsbestände standen zu Jahresbeginn 2012 sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau über den Vorjahreswerten, insgesamt bei Plus 6 Prozent. Die Umsätze liegen, trotz des Rückganges im Februar kumulativ um fast 4 Prozent über dem Vorjahreswert, heißt es in einer Pressemitteilung. Dieser Wert sollte laut ZDB im Jahresverlauf gehalten werden, der Umsatz im Wirtschaftsbau damit um 4,1 Prozent wachsen und 35 Mrd. Euro erreichen.
Öffentlicher Bau stagniert
Allein der öffentliche Bau stagniert, so der ZDB. Die Handlungsspielräume für ausgeweitete Investitionen seien angesichts der 2009 beschlossenen Schuldenbremse begrenzt. Die Nachfrage zeige im Hochbau wie im Tiefbau seit November bereits eine stetige Tendenz nach oben. Die Umsätze liegen nach den witterungsbedingten Ausfällen im Februar noch um 7 Prozent unter den Vergleichswerten des Vorjahres. Daher rechnet der Verband mit einer deutlichen Belebung ab März. Die eingegangenen Aufträge sollten darüber hinaus in den kommenden Monaten für ausreichend Auslastung sorgen. Diese positive Entwicklung im Auftragseingang führt laut ZDB zu einer Stabilisierung des Umsatzes im öffentlichen Bau bei 27,7 Mrd. Euro.
Archiv: Bauwirtschaft startet optimistisch ins neue Jahr
