Markus Thurn, geschäftsführender Gesellschafter der Köbig-Gruppe Quelle: Köbig/Feldmann
Markus Thurn rechnet auch im laufenden Jahr mit einem weiteren Umsatzplus. Foto: Köbig/Feldmann. Quelle: Köbig/Feldmann

Industrie

30. July 2021 | Teilen auf:

Köbig wächst in der Corona-Krise

Der Baubedarfshändler Köbig konnte trotz der Corona-Krise seine Marktposition festigen: Die J.N. Köbig GmbH erzielte nach eigenen Angaben im Geschäftsjahr 2020 mit 170 Millionen Euro 11,6 Prozent mehr Umsatz als im Jahr zuvor.

Für die Köbig-Gruppe wurden im letzten Jahr rund 190 (2019: 165) Millionen Euro Umsatzerlöse an ihren elf Standorten in Rheinland-Pfalz und Hessen ermittelt, eine Steigerung um 15,1 Prozent. Die aktuelle Eigenkapitalquote des Unternehmens liegt bei 54,7 (2019: 48,6) Prozent.

Für Markus Thurn, nach dem plötzlichen Tod seines Bruders Stefan im letzten Jahr alleiniger geschäftsführender Gesellschafter, kam diese Entwicklung aufgrund der guten Auslastung der Bauwirtschaft zwar nicht völlig überraschend. Aber die „Umsatzexplosion von Herbst bis zum Jahresende 2020“ sei für Köbig schon außergewöhnlich gewesen. Der auf den Handel mit Baustoffen (inklusive Produkte für den Garten- und Landschaftsbau), Fliesen und Haustechnik (Sanitär/Heizung) konzentrierte Vollsortimenter registrierte im vierten Quartal knapp über 20 Prozent Umsatzplus. Allein im relativ milden Dezember stieg der Umsatz um 25 Prozent. Umsatzstärkste Köbig-Geschäftssparte ist unverändert der Baustoff-Bereich (cirka 50 Prozent), gefolgt von den Geschäftsbereichen Haustechnik und Fliesen.

3,5 Prozent Wachstum 2021 erwartet

Für 2021 prognostiziert Köbig ein Umsatzwachstum von 3,5 Prozent. Markus Thurn: „Diese vorsichtige, zurückhaltende Erwartung ist in erheblichem Maße einer zunehmenden Materialverknappung geschuldet.“ Besonders kritisch sei die Versorgung des Handels bereits mit Holz und Kunststoff-Artikeln. In zwei Jahren will Köbig die Umsatzmarke von 200 Millionen Euro übertreffen.

Nachhaltigkeit im Fokus: Ziel CO2 plus-Bilanz

Drei Trends bestimmten derzeit das Köbig-Geschäft: Wohnen, Renovieren und Nachhaltigkeit. Markus Thurn will sein Unternehmen „noch nachhaltiger“ machen. Die bereits 2019 erfolgte Zertifizierung für Produkte zum gesünderen Bauen (Stichwort „Grünes Regal“) sei ein Anfang gewesen und habe Köbig zum Vorreiter auf diesem Gebiet im deutschen Baustoff-Fachhandel gemacht. Inzwischen ist das Unternehmen auch der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen beigetreten. Diese gemeinnützige Nichtregierungsorganisation widmet sich dem Thema über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. „Wir wollen bis zum Ende des laufenden Jahrzehnts CO2 plus werden“, gibt Markus Thurn die Richtung vor. Zu der Reduktion sollen geplante Photovoltaik-Anlagen und Dachbegrünungen auf allen Köbig-Gebäuden in Mainz beitragen.

Der nächste große Schritt zur geringeren Umwelt- und Klimabelastung werde das Umstellen des erst vor wenigen Jahren rundum erneuerten, zentral von Mainz aus gesteuerten Köbig-Fuhrparks auf Hybrid- und E-Pkw sowie -Staplerfahrzeuge, ferner (bei Verfügbarkeit) auf mit Wasserstoff betriebene LKW sein.

In Koblenz will Köbig eine neue Niederlassung umziehen. Quelle: Köbig/Feldmann

In diesem Jahr über zehn Millionen Euro investiert

Köbig hat 2020 gruppenweit rund zwei Millionen Euro ins operative Geschäft investiert – 2021 sind über zehn Millionen Euro vorgesehen. Die mit annähernd acht Millionen Euro größte Ausgabe steht für den Neubau der Niederlassung in Koblenz an. Die dortigen 60 Mitarbeiter werden von der Friedrich-Mohr-Straße in die benachbarte Bubenheimer Bann umziehen. Nach fünfjährigen Verhandlungen mit der Stadt kaufte Köbig das 20.500 Quadratmeter große Grundstück und wartet derzeit noch auf die Baugenehmigung. Die Bauzeit ist auf 15 Monate veranschlagt.

www.koebig.de