Köbig
Boten eine interessante Diskussion: Michael Steuler, Uwe Hüser, Moderatorin Anke Plättner, Markus Thurn, Justus Schneidewind, Günter Jertz und Dirk Gemünden (von links/Fotos: sg)

2015-04-28T00:00:00Z Köbig: Jubiläumsfeier und kontroverser Wirtschaftstalk

Drei Aspekte prägten das Köbig-Wirtschaftsforum im Kloster Eberbach/Rheingau, wo der Baubedarfs-Spezialist auf 125 Jahre seiner Firmengeschichte zurückblickte. (Fotos: sg)

Familienunternehmen seien keine Selbstläufer über Generationen hinweg. Die Politik schaffe für den Mittelstand nicht mehr die richtigen Rahmenbedingungen. Eine intakte Verkehrsinfrastruktur sei eine wichtige Grundlage für das erfolgreiche wirtschaftliche Handeln von Unternehmen. – In einer munteren Diskussion zum Thema „ Familienunternehmen heute – Chance oder Risiko “, moderiert von der TV-Moderatorin Anke Plättner , machten fünf Podiumsteilnehmer vor rund 300 Gästen aus Wirtschaft und Politik ihre Standpunkte deutlich.

Michael Steuler , geschäftsführender Gesellschafter des gleichnamigen Fliesenherstelles, sagte: „Wir können nicht erwarten, dass aus jeder Generation ein Unternehmer erwächst.“ – „Zumal wir niemanden zwingen können, Unternehmer zu sein“, wie Baufirma-Mitgesellschafter Dirk Gemünden betonte. „Aber unser Vater hat uns ermutigt, Unternehmer zu sein“, schilderte Markus Thurn . Er (51) und sein Bruder Stefan (53) sind geschäftsführende Gesellschafter von Köbig und repräsentieren die fünfte Familiengeneration.

Reichlich Diskussionsbedarf gab es zum Verhältnis zwischen Politik und Wirtschaft. Dirk Gemünden meinte, beide würden nicht mehr ausreichend miteinander reden. Er bemängelte vor allem die geringe Bereitschaft, schnell auf Veränderungen zu reagieren und überflüssige Verordnungen zu streichen. Günter Jertz , Hauptgeschäftsführer der IHK Rheinhessen, legte nach: Politik müsse die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen, was sie gegenwärtig allerdings nicht mehr tue.

Köbig
Flaggen vor dem Kloster Eberbach wiesen auf das Jubiläum hin.

Beiden widersprach Uwe Hüser , Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium: „Ich habe nicht den Eindruck, dass wir nicht miteinander reden – dies machen wir schon auf Verbandsebene. Die Politik hat zudem immer das Problem, nicht zuletzt einen Interessensausgleich mit den anderen Bundesländern und der Bundesregierung herbeiführen zu müssen.“

Letztlich durfte auch das „ Ärgernis Schiersteiner Brücke “ nicht fehlen. Aufgrund der andauernden Sperrung für den Schwerlastverkehr über 7,5 Tonnen erwartet Köbig im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatzrückgang von zehn Millionen Euro. Markus Thurn: „Ohne eine intakte Verkehrsinfrastruktur fehlt vor allem den Logistik affinen Unternehmen eine wichtige Grundlage für das erfolgreiche Handeln!“ Auch Günter Jertz wetterte: „Dies kostet die Unternehmen Millionen – wir brauchen dringend hohe Investitionen in diesem Bereich.“ Hier hatte der Landesregierungsvertreter Hüser einen schweren Stand, zumal er mit der Entschuldigung entgegnete: „Die Politik ist an dem Brückenschaden nicht schuld, sondern es war ein Bauunfall.“

www.koebig.de

zuletzt editiert am 11. März 2021
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