Das Cover der Studie "Klimaangepasste Gebäude" zeigt einen Bauarbeiter auf einer Hebebühne, der an der Fassade eines Gebäudes arbeitet.
„Klimaanpassung ist mehr als ein reaktives Schutzkonzept – sie ist ein wirtschaftlicher Motor für die gesamte Bauwertschöpfungskette", sagt Wolfgang Schubert-Raab, Präsident des ZDB. (Quelle: Prognos)

2025-07-20T22:00:00Z Klimaanpassung am Gebäude als Chance für die Bauwirtschaft

Die bauliche Anpassung an den Klimawandel wird zur Schlüsselaufgabe – und zur Wachstumschance für die gesamte Bauwirtschaft. Das zeigt eine neue Prognos-Studie.

Im Auftrag des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) und des Bundesverbands Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB-Fachhandel) analysiert die Studie „Klimaangepasste Gebäude – Zukunftssicherheit und Wachstumschance für die Bauwirtschaft“ erstmals konkret den baulichen Handlungsbedarf bis 2035 – und das wirtschaftliche Potenzial, das darin liegt. 

Die Ergebnisse: Klimawandel ist Bauauftrag 

Die Studie zeigt: „Klimaanpassung ist kein Nischenthema – sie wird zum zentralen Auftrag für das Bauen der Zukunft“, sagt Lukas Sander, Projektleiter Prognos AG. Extremwetterereignisse wie Hitze, Starkregen oder Hochwasser verursachen schon heute erhebliche Schäden an Gebäuden. Die Studie beziffert erstmals den Investitionsbedarf für bauliche Maßnahmen bis 2035 – im Neubau wie im Bestand. Je nach Klimaszenario gebe es ein Investitionsvolumen von 137 bis 237 Milliarden  Euro, bis zu 63 Milliarden Euro allein für Hitzeschutz. Für die Umsetzung würden jährlich 7 700 bis 15 300 Fachkräfte gebraucht. 

„Das ist nicht nur bauliche Vorsorge – das ist ein Konjunkturprogramm für die Zukunft“

Lukas Sander, Projektleiter Prognos AG

Zukunftschance für Bau und Baustoffbranche 

„Die Klimaanpassung im Gebäudebereich ist keine abstrakte Zukunftsaufgabe mehr – sie ist konkrete Realität und tägliche Praxis in der Baustoffbranche“, betont Katharina Metzger, Präsidentin des Bundesverbands Deutscher Baustoff-Fachhandel. „Der Baustoff-Fachhandel steht als Bindeglied zwischen Bauwirtschaft und Investoren wie Häuslebauern bereit, um die dafür nötigen Materialien, Systeme und das technische Know-how bereitzustellen. Damit wir diese Herausforderung entlang der Wertschöpfungskette Bau gemeinsam stemmen können, brauchen wir Planungssicherheit, Investitionen und eine politische Strategie, die auf Umsetzung ausgelegt ist.“ 

 Impuls für die mittelständischen Bauunternehmen 

Wolfgang Schubert-Raab, Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe unterstreicht, dass der Prozess zur Klimaanpassung nur im Schulterschluss aller Beteiligten gelingen kann: „Klimaanpassung ist im Koalitionsvertrag klar als zentrales Ziel verankert – jetzt gehen wir erste konkrete Schritte, um Potenziale und Handlungsbedarf aufzuzeigen. Als Bauwirtschaft verstehen wir uns als Lösungspartner der Politik. Nur gemeinsam lassen sich die Herausforderungen der Klimaanpassung nachhaltig und wirkungsvoll meistern. Klimaanpassung ist mehr als ein reaktives Schutzkonzept – sie ist ein wirtschaftlicher Motor für die gesamte Bauwertschöpfungskette, eröffnet neue Märkte, Geschäftsmodelle und Beschäftigungschancen. Entscheidend ist, alle mitzunehmen, damit der Prozess planbar, wirtschaftlich tragfähig und praxistauglich bleibt – und nicht zur Kostenfalle wird. Wenn wir allein beim Neubau die Klimaanpassung frühzeitig mitdenken, lassen sich langfristig Kosten sparen.“

zuletzt editiert am 17. Juli 2025
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