In Düsseldorf stellt die Künstlerin Sarah Morris im Rahmen der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalens, „K20“, ein außergewöhnliches Kunstobjekt zur Schau: „Hornet“ heißt ihr Projekt. Das Kunstwerk ist aus keramischen Fliesen zusammengesetzt und soll den Flug einer Hornisse darstellen. (Foto: Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen)
Das „K20“ am Düsseldorfer Grabbeplatz ist einer von drei Ausstellungsorten der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Es zeigt hochrangige Kunst des 20. Jahrhunderts, darunter fast 100 Gemälde von Paul Klee, andere Werke stammen von Pablo Picasso, Wassily Kandinsky, Piet Mondrian, Jackson Pollock und Joseph Beuys. Im Jahr 1986 eröffnet, erhielt es 2010 einen Erweiterungsbau, der direkt an das Museum mit seiner charakteristischen schwarzen Granitfassade anschließt. Geplant wurden beide Gebäude von dem Kopenhagener Architekturbüro Dissing+Weitling.
Im Zuge der Erweiterung entstand auch der 1.000 Quadratmeter große Paul-Klee-Platz direkt neben dem Museum: Sitzbänke und eine kleine Grünfläche zum Verweilen einladen, ein Stück der alten Stadtmauer ist in einer Vitrine ausgestellt. Aber nicht sie ist die Attraktion hier, sondern das 180 Quadratmeter große Kunstwerk an der nördlichen Abschlusswand des neu gestalteten Platzes, die zum Haus der Apotheker- und Ärztebank gehört. Es stammt von der englischen Künstlerin Sarah Morris und trägt den Namen Hornet (Hornisse). Aus farbig hochglänzend glasierten Fliesen zusammengesetzt, verweist es auf die Bewegung eines ausfliegenden Insekts, das in seinem Nest wabenartige Strukturen baut. Wie bei vielen ihrer Arbeiten orientierte sich die Künstlerin auch hier an der asiatischen Origami-Technik bei der aus einfachen Gestaltungsprozessen – dem Falten von Papier – komplexe Strukturen und Gebilde entstehen. Auf Basis eines am Computer erzeugten Rasters kreiert Morris vielfältige, stark farbige Wandbilder, die sich im Grenzbereich zwischen geometrisch-abstrakter Kunst der Moderne und zeitgenössischem Grafikdesign bewegen.
Die Herstellung der handglasierten Keramikfliesen für das 6,78 × 26,89 Meter große Wandbild übernahm die Firma Agrob Buchtal aus Schwarzenfeld. In enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin und ihrem Projektleiter wurden exakt definierte Sonderfarben entwickelt und die korrekte Position jeder einzelnen 30 x 30 Zentimeter großen Fliesen aus extrudiertem Steinzeug (Serie Chroma II) festgelegt. Die hochglänzende Glasur selbst sowie zusätzliche gemalte vertikale oder diagonale Fugen erfolgte in akribischer Handarbeit. Mittels kraftschlüssiger Verklebung wurden die Fliesen schließlich an der Fassade des K20 angebracht. Das Ergebnis ist ein formatübergreifend homogenes Gesamtbild aus farbigen Flächen und geometrischer Figuren, das sich bei naher Betrachtung Stück für Stück auflöst.
