Eine Befragung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zeigt: 25 Prozent der Beschäftigten kennen Fälle, bei denen Kollegen durch den Konsum von Alkohol, Cannabis oder anderen Suchtmitteln aufgefallen sind.
Problematischer Konsum von Alkohol, Cannabis oder anderen Suchtmitteln ist auch in der Arbeitswelt ein relevantes Thema. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Befragung im Auftrag des Spitzenverbandes der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV): Jedem vierten Beschäftigten (25 Prozent) sind demnach aus den vergangenen zwei Jahren Fälle bekannt, in denen Kolleginnen oder Kollegen durch einen problematischen Umgang mit Suchtmitteln aufgefallen sind.
Am häufigsten wird Alkohol genannt (21 Prozent), gefolgt von Cannabis und Nikotin (je 5 Prozent). Jeweils 4 Prozent nennen illegale Drogen oder den Missbrauch von Medikamenten. Besonders häufig berichten Beschäftigte aus den Bereichen Verkehr und Logistik (35 Prozent), Sozialwesen (32 Prozent), öffentliche Verwaltung (31 Prozent) und verarbeitendes Gewerbe (30 Prozent) von problematischem Konsum.
Viele Beschäftigte kennen betriebliche Regelungen nicht
Obwohl klare Regelungen für den Umgang mit Suchtmittelproblemen wichtig sind, kennt nur etwas mehr als die Hälfte der Beschäftigten (54 Prozent) die entsprechenden Vorgaben ihres Unternehmens. Fast jede zweite Person (46 Prozent) weiß nicht, welche Regelungen am Arbeitsplatz gelten. Immer mehr Unternehmen setzen sich aktiv mit dem Thema auseinander und schaffen dafür verbindliche Strukturen: 48 Prozent der Befragten geben an, dass in ihrem Unternehmen eine Betriebs- oder Dienstvereinbarung zum Umgang mit Suchtmitteln vorhanden ist.
Suchtprävention als Teil eines wirksamen Arbeitsschutzes
„Suchtmittelkonsum kann die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz beeinträchtigen und das Unfallrisiko erhöhen. Unsere Befragung zeigt, dass problematischer Konsum in vielen Betrieben zwar wahrgenommen, aber oft nicht offen angesprochen wird. Für wirksame Prävention bedeutet das: Risiken frühzeitig erkennen, offen ansprechen und Betroffene unterstützen, bevor aus Problemen Krisen entstehen", sagt Dr. Stephan Fasshauer, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).
Berufsgenossenschaften und Unfallkassen beraten ausführlich zu Fragen der Suchmittelprävention (siehe Kasten), zurückgreifen könnten die Unternehmen zudem auf die Präventionsangebote der anderen Sozialversicherungszweige.
