Den „Landespreis Rheinland-Pfalz für beispielhafte Beschäftigung schwerbehinderter Menschen 2013“ hat das Werk Ötzingen der Deutsche Steinzeug AG bekommen. Hier werden Produkte der Marke Jasba gefertigt. (Foto: LSJV Integrationsamt)
Eine Kriterium ist die lösungsorientierte Zusammenarbeit des Unternehmens mit Institutionen wie Krankenkassen, Versicherungsträgern, dem Landesamt für Soziales, Reha-Zentren etc., um dort die Interessen von Mitarbeitern mit Behinderung nachdrücklich zu vertreten. Ein anderer Schwerpunkt sind Präventiv-Maßnahmen wie regelmäßige Besprechungen zur Schaffung optimaler Arbeitsbedingungen oder Arbeitsplatzbegehungen mit dem Sicherheitsausschuss, deren Intensität deutlich über die einschlägigen Vorschriften hinausgeht. Dies gilt auch für den Anteil der Menschen mit Behinderung an der Belegschaft: Er liegt bei Jasba mit rund zwölf Prozent von insgesamt 187 Beschäftigten deutlich über der gesetzlich vorgegebenen Quote von fünf Prozent.

Persönliche Betreuung von Mensch zu Mensch

Kernstück der erfolgreichen Integration ist die individuelle Betreuung, die vom Jasba-Personalressort auch außerhalb der Arbeitszeit und auf Wunsch sogar zuhause geleistet wird. Die Palette beinhaltet umfassende Begleitung bei Antragsverfahren, Hilfe bei der Facharzt-Wahl und Vereinbarung entsprechender Termine, finanzielle Unterstützung im Rahmen des Eingliederungs-Managements, Rücksichtnahme bei der Art der Arbeiten auf die jeweiligen Einschränkungen und vieles mehr.
Ein konkretes Beispiel ist Yilmaz Sahin. Er ist Schwerbehindertenbeauftragter und seit knapp 20 Jahren bei Jasba beschäftigt. Für seine Aufgaben Im Produktionsbereich muss er lange Wege zurücklegen. Dafür wurde ein spezieller Elektroroller angeschafft und darüber hinaus ein Gabelstapler „maßgeschneidert“ umgebaut. Außerdem konnte der Arbeitgeber erreichen, dass die Krankenkasse eine zweite Orthese* als so genannte Wechselausstattung genehmigte.
Ein anders Beispiel aus dem kaufmännischen Bereich ist eine Mitarbeiterin, die bereits vor über 25 Jahren ins Unternehmen eintrat. Zur Kompensation von gravierenden körperlichen Handicaps wurde der komplette Arbeitsplatz passend ausgestattet mit höhenverstellbarem Tisch, orthesengerechtem Spezialstuhl, besonderer Telefoneinrichtung und PC-Tastatur inklusive Magnet-Tablett, das die Handhabung mit einer Hand erlaubt.
Hintergründe und Fakten zur Auszeichnung
Dieses täglich gelebte Miteinander hat bei Jasba traditionell hohen Stellenwert und wird selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gepflegt - eine Haltung, die auch den Auslober des Preises, das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV) Rheinland-Pfalz, überzeugte: Sozialstaatsminister Alexander Schweitzer überreichte bei einem Festakt in Mainz die Auszeichnung an Jasba in der Kategorie über 100 Beschäftigte. Die weiteren Gewinner sind: ASH Wurzelwerk, Alzey (Kleinbetriebe), Jugendherberge Trier (Betriebe unter 100 Beschäftigte), Pfalzinstitut für Hören und Kommunikation, Frankenthal (Öffentlicher Dienst), Kinder- und Jugendtheater, Speyer (Sonderpreis).
In seiner Rede würdigte der Minister die Preisträger dafür, dass „hier jeder Mensch eine Chance bekommt, seine Fertigkeiten einzubringen“ Der Landespreis wurde seit 1998 nun zum 16. Mal vergeben und ist mit je 3.000 Euro dotiert.
Preisgeld passend zur Auszeichnung gestiftet
Dem Charakter der Auszeichnung und dem eigenen Selbstverständnis folgend, war es für Jasba selbstverständlich, das erwähnte Preisgeld zu 100 Prozent gehandicapten Menschen zur Verfügung zu stellen. Kurz vor Weihnachten erfolgte die Übergabe der Spende in den Räumen der Tagesförderstätte in Wirges, die von Petra Maßen-Schneider geleitet wird. Dort werden rund 20 schwerstbehinderte Erwachsene im Alltag bei der Entwicklung ihrer sozialen und lebenspraktischen Fähigkeiten unterstützt.
Mit der Spende können nun ein Cross-Trainer für ein verbessertes Bewegungstraining und weitere nützliche Dinge finanziert werden. Nach einer Führung durch die Räumlichkeiten fand ein gemeinsamer Imbiss statt, den Gastgeber und Gäste für einen angeregten informellem Gedankenaustausch nutzen. Dabei wurden dann gleich Nägel mit Köpfen gemacht und die in der Tagesförderstätte Beschäftigten zu einer Betriebsbesichtigung im Hause Jasba eingeladen, um so den begonnenen regen Dialog zu vertiefen.
Jasba: Neue Seminare der Jasba Akademie