Im Jahr 2015 exportierten Italiens Natursteinunternehmen erstmals Steine in einem Wert von über zwei Milliarden Euro. Deutschland bleibt der wichtigste europäische Markt, trotz eines Rückgangs von 1,2 Prozent. (Fotos: Messe Verona)
Diese und weitere Zahlen wurden von der Messe Verona, Veranstalterin der Natursteinmesse Marmomacc, und dem Industrieverband der Maschinenbauer für die Verarbeitung von Naturstein (Confindustria Marmomacchine) veröffentlicht.
Insgesamt verdienten die Italiener im vergangenen Jahr rund zwei Milliarden Euro (+ 7 Prozent) mit der Ausfuhr von Fertigprodukten, Unmaßplatten und Blöcken. Fertigprodukte und Unmaßplatten stellen ungefähr 80 Prozent der Exporte. Beide konnten um 7,8 Prozent zulegen, sodass der Umsatz einen Wert von 1,626 Milliarden Euro erreichte. Der Umsatz mit Blöcken und Rohware verbesserte sich um 3,8 Prozent auf 382,4 Millionen Euro. Auch die Einfuhren nach Italien verzeichneten ein Plus von 5,3 Prozent. Dies entspricht einem Wert von 409 Millionen Euro. Hiervon entfallen 297,3 Millionen Euro (+ 4,3 Prozent) auf Blöcke und Rohware und 112 Millionen Euro (+ 8 Prozent) auf bearbeitete Produkte.

Wichtigster Exportmarkt der Italiener bleiben die Vereinigten Staaten mit einem Umsatzzuwachs von 24,7 Prozent auf 458,4 Millionen Euro. Deutschland bleibt mit einem Umsatz von 147,5 Millionen Euro (- 1,2 Prozent) der wichtigste europäische Markt, gefolgt von der Schweiz (109,6 Millionen Euro/+ 1,2 Prozent), Großbritannien (71,9 Millionen Euro/+ 4,7) und Frankreich, das sich mit Erlösen von 71,9 Millionen Euro um 7,6 Prozent rückläufig entwickelte.
Auch das Exportgeschäft in den arabischen Raum entwickelte sich aus italienischer Sicht gut: Die Ausfuhren in die Arabischen Emirate konnten um 52,9 Prozent auf 77 Millionen Euro gesteigert werden. Saudi-Arabien kaufte Steine in einem Wert von 72 Millionen Euro (+ 5 Prozent). Die Geschäfte in Russland stabilisierten sich trotz des schwachen Rubels auf dem Vorjahresniveau (50,8 Millionen Euro/+ 0,4 Prozent).
Der chinesische Markt bleibt wichtigstes Zielland für italienische Rohmaterialien. Im vergangenen Jahr erreichten die Exporte einen Wert von 123,5 Millionen Euro (+ 4 Prozent). Indien nahm italienische Rohware für 81,2 Millionen Euro ab. Dies entspricht einem Wachstum von 33,7 Prozent. China und Indien nehmen über die Hälfte der Exporte von Rohwaren aus Italien ab.
Die italienischen Maschinenbauer von Anlagen für die Bearbeitung von Natursteinen konnten ihren Auslandsumsatz um 19 Prozent auf 1,195 Milliarden Euro verbessern. Die Exporte machen über 80 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Die interessantesten Märkte waren die Vereinigten Staaten, Brasilien und die Türkei. Deutschland ist der fünftwichtigste Markt der Italiener und mit einem Exportvolumen von 49,4 Millionen Euro (+ 3 Prozent) der wichtigste in Europa, gefolgt von Großbritannien (43,9 Millionen Euro/+ 72,6 Prozent) und Spanien mit einem Volumen von 43,5 Prozent und einer starken Aufwärtstendenz. Saudi-Arabien (42,6 Millionen Euro/- 11,8 Prozent) und Indien (28,7 Millionen Euro/- 39,2 Prozent) nahmen weniger Anlagen ab. Gute Geschäfte melden die italienischen Maschinenbauer aus Algerien, wo man Anlagen und Ausrüstungen in einem Wert von 51,5 Millionen Euro verkauft hat, und Vietnam, das nach Anlagenimporten von 28,1 Millionen Euro auf den zehnten Platz der wichtigsten Zielländer vorgerückt ist.
Die kommende Marmomacc findet vom 28. September bis zum 1. Oktober 2016 in Verona statt.