Industria CEramica
Laut Confindustria Ceramica Präsident Borelli, sei die Produktivität bei der Fliesenherstellung in Italien geringer als zum Beispiel bei Wettbewerbern aus Spanien. (Foto: Confindustria Ceramica)

2014-06-13T00:00:00Z Italiens Fliesenindustrie 2013: Ein durchwachsenes Jahr

Das Jahr 2013 verlief für Italiens Fliesenhersteller recht stabil: Einem leichten Produktionsrückgang von gut einem Prozent standen ein steigender Absatz und ein Exportplus von fast fünf Prozent gegenüber. Die Investitionen fielen geringer aus. (Foto: Confindustria Ceramica)

Der Umsatz der italienischen Fliesenhersteller kletterte um 3,16 Prozent auf 4,726 Milliarden Euro. Rund 3,8 Milliarden kamen aus dem Export (ein Plus von 5,66 Prozent), die verbleibenden 856 Millionen (ein Minus von 6,84) aus dem heimischen Markt, in dem die Absatzmenge noch einmal um 7,18 Prozent zurückging.

Einer Gesamtjahresproduktion von 363,4 Millionen Quadratmeter (- 1,05) standen Verkäufe in einer Größenordnung von 389,3 Millionen Quadratmetern (+ 1,85) gegenüber, was den Unternehmen erlaubte, Lagerware abzubauen. Der italienische Inlandsverbrauch sackte wiederum um 7,18 Prozent auf jetzt 86,5 Mio. Quadratmeter ab. Die Exporte erreichten einen Wert von 302,7 Millionen Quadratmeter (+ 4,76 Prozent).

Überseemärkte stärken den Umsatz

Die positive Exportentwicklung wurde vor allem angetrieben durch die Überseemärkte. Westeuropa schloss mit einem Umsatzzuwachs von 1,61 Prozent. In Deutschland stiegen Umsatz und Menge um 4,91 Prozent (602,85 Millionen Euro) beziehungsweise um 3,42 Prozent (43,62 Millionen Quadratmeter).

Italiens Fliesenherstellers konnten die positive Dynamik des Jahres 2013 in das erste Quartal  2014 mitnehmen: Von Januar bis März stieg der Umsatz im Jahresvergleich in Deutschland um 16,46 Prozent und in Frankreich um 10,18 Prozent.

Angaben zum Geschäftsverlauf der ausländischen Produktionsstätten der italienischen Fliesenindustrie wollte der Verband in diesem Jahr nicht machen. Grund hierfür ist die Übernahme der Marazzi durch die amerikanische Mohawk. Durch den Eigentümerwechsel hätte man den Umsatz und die Mengen der Marazzi herausrechnen müssen, was wiederum unerwünschte Rückschlüsse auf die Performance der verbleibenden Unternehmen zugelassen hätte.

Im Jahr 2012 erwirtschafteten diese Unternehmen einen Umsatz von 1,195 Milliarden Euro (+ 14,3 Prozent) bei gut 139 Mio. produzierten Quadratmetern (+ 14,75 Prozent). Der Absatz verbesserte sich auf 141,5 Mio. Quadratmeter (+ 11,1 Prozent).

Noch keine positive Trendwende

Der Präsident von Confindustria Ceramica, Vittorio Borelli, bewertete die Daten positiv, sieht aber noch keine Trendwende: „Wir haben jedoch eine Schwelle erreicht, die uns bei einer guten Fliesenkonjunktur wieder in den Wachstumsbereich führen kann“.

Insbesondere könnten von den Ergebnissen des Jahres 2013 noch keine Impulse für die Beschäftigungslage ausgehen. Hierzu müsste sich der Positivtrend weiter fortsetzen. Die Anzahl der Beschäftigten ging im Jahresverlauf um 3,83 Prozent auf jetzt 20.537 Mitarbeiter zurück In ersten drei Monaten des Jahres 2014 waren schon deutlich weniger Mitarbeiter von Beschäftigungsmaßnahmen betroffen. Im Vorjahr waren dies 5 000 Beschäftigte.

Als problematisch bewertet der Verband die im Vergleich zu den Mitbewerbern zu niedrige Produktivität der italienischen Fliesenhersteller. Der Abstand zur spanischen Fliesenindustrie sei hier besonders groß.

Steuerliche Kostenbelastung hoch

Wie immer beklagte der Verband die starke steuerliche und sonstige Kostenbelastung der Unternehmen im internationalen Vergleich. Leichte Rückgänge bei den Gaspreisen haben die ungünstige Wettbewerbssituation nicht wesentlich beeinflussen können. Der Rückgang der Investitionen von 12,08 Prozent auf 224,5 Mio. Euro sei zyklisch bedingt. In diesem Jahr werde sich der Betrag auf 248 Millionen Euro belaufen und damit um 10 Prozent höher liegen als 2013.

Mit großer Aufmerksamkeit verfolgt der Verband die Entwicklung in der Ukraine, aus der man mehr als die Hälfte des Bedarfs von Ton bezieht. Zwar gehe man davon aus, dass die Liefersicherheit gewährleistet sei. Trotzdem bereite man sich darauf vor, die Lieferungen aus Deutschland gegebenenfalls aufzustocken. Hierzu würde der Verband in den nächsten Tagen Gespräche mit deutschen Logistikpartnern führen.

www.confindustriaceramica.it

zuletzt editiert am 11. März 2021
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