Italienischer Fliesnemarkt 2015
2015 kamen wieder mehr Fliesen aus den Öfen der italienischen Fliesenhersteller. (Foto: Confindustria Ceramica)

2016-01-19T00:00:00Z Italienische Fliesenindustrie: 2015 im Plus

Die italienische Fliesenindustrie hat im Jahr 2015 für Absatz und Produktion Zuwächse verzeichnet. Die Produktion stieg um drei Prozent, der Absatz um 1,4 Prozent. Als ein Grund dafür gilt der schwache Euro. (Foto: Confindustria Ceramica)

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 401 Millionen Quadratmeter Keramikfliesen abgesetzt. Dies entspricht einer Steigerung von 1,4 Prozent. Die Exporte lieferten hier den Löwenanteil (82 Prozent) mit 320 Millionen Quadratmetern und einem Plus von 1,8 Prozent. Die Produktion stieg um drei Prozent auf 393 Millionen Quadratmeter. Diese Ergebnisse legte der italienische Verband Confindustria Ceramica der Fachpresse vor. Hierbei handelt es sich um eine erste Prognose, aus diesem Grund wurden nur Angaben zu den Mengen, aber keine detaillierten Umsatzdaten gemacht. Man gehe jedoch von einem Umsatzplus von ungefähr vier bis fünf Prozent aus. Im Jahr 2014 erwirtschafteten Italiens Fliesenindustrie einen Umsatz von 4,91 Milliarden Euro. Der Präsident des Verbandes Vittorio Borelli wertete die vorliegenden Daten als eine „positive Bestätigung“ der Unternehmens- und Produktstrategien der Mitgliedsunternehmen.

Damit scheint sich der italienische Markt nach den dramatischen Abwärtsentwicklungen der vergangenen Jahre zu stabilisieren und gab im Jahr 2015 nur um 0,3 Prozent nach. Dies entspricht einem Absatz von knapp 81 Millionen Quadratmetern. Rechnet man die Importe in einer Höhe von gut 15 Millionen Quadratmetern hinzu, erreichte der Fliesenverbrauch einen Wert von ca. 96 Millionen Quadratmetern ( - 0,1 Prozent). Der italienische Fliesenmarkt hat sich in den vergangenen Jahren in der Menge halbiert.

Im Export liegt Nordamerika vorne

Die Exporte liefen auffallend gut in Nordamerika (NAFTA) mit einem Plus von 6,3 Prozent, in der Golfregion mit 5,5 Prozent sowie in Asien mit Zuwächsen von 7,2 Prozent. Auf dem Balkan legten die Mengen um 3,7 Prozent zu. Westeuropa verzeichnet ein Plus von 1,7 Prozent. Der Verkauf auf dem deutschen Markt entwickelt sich weiterhin positiv. Das Osteuropageschäft leidet stark unter den Sanktionen der Europäischen Union gegenüber Russland.

Eine Analyse der Bilanzen der Fliesenhersteller habe ergeben, dass sich die finanzielle Situation der Unternehmen weiter verbessert habe, sodass die kommenden, wichtigen Investitionen wie geplant realisiert werden können.

Antidumpingzölle auf chinesische Fliesen laufen aus

Ein weiteres wichtiges Thema bleiben die Antidumping-Zölle, unter anderem auf Chinafliesen, die seit 2011 im Rahmen eines Verfahrens der Europäischen Union (EU) erhoben werden. Die Maßnahme läuft im September 2016 aus und nährt auf italienischer Seite die Befürchtung, dass die Importe dieser Fliesen zum Schaden der europäischen Hersteller wieder anschwellen könnten. Nach Aussage der Confindustria Ceramica sind die Fliesenimporte aus China nach dem Erreichen ihres Mengenhöchststandes im Jahr 2010 sukzessive um insgesamt 63 Prozent auf 23 Millionen Quadratmeter (Stand April 2015) zurückgegangen. Der Verband brachte seinen Willen zum Ausdruck, die Zölle beizubehalten. Dies wiederum überschneidet sich mit der Frage, ob China den Status einer Marktwirtschaft erhält. Hierüber entscheiden unter anderem die Welthandelsorganisation WTO und die EU in diesem Jahr. Sollte China den Status erhalten, wäre eine Verlängerung der Antidumpingzölle extrem schwierig zu erreichen. Präsident Borelli gab zu verstehen, dass es mit anderen europäischen Wirtschaftsverbänden einen Konsens geben könnte, gemeinsam dahingehend zu wirken, diesen Status China weiterhin vorzuenthalten.

TTIP: Verband unterstützt niedrigere Einfuhrzölle in die USA

Als ebenso wichtig stuft der Verband die Gespräche über die Schaffung einer Freihandelszone zwischen der EU und den USA – Transatlantic Trade and Investment Partnership (kurz TTIP) - ein. Der US-amerikanische Handel kauft Fliesen aus Italien in einem jährlichen Wert von 500 Millionen Euro. Die Einfuhrzölle belaufen sich hierbei auf zehn Prozent. Wie der Verband berichtet, haben drei italienische Abgeordnete des Europäischen Parlaments eine Anfrage an die EU-Kommission gerichtet mit der Bitte um Klärung, wie die derzeitigen „restriktiven Zugangsbedingungen“ zum US-Markt in dem Abkommen gelockert werden können. Die Confindustria Ceramica unterstütze diese Anfrage.

www.confindustriaceramica.it

zuletzt editiert am 11. März 2021
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