Stefano Borelli
Vittorio Borelli bleibt für zwei weitere Jahre Präsident. (Alle Fotos: Confindustria Ceramica)

2015-06-10T00:00:00Z Italienische Fliesenindustrie 2014: Export-Plus und Rekord-Investitionen

Gute Zahlen, brisante Aussichten: Italiens Fliesenhersteller steigerten den Umsatz, Produktion und Absatz. Das Thema Chinafliesen kehrt zurück. (Alle Fotos: Confindustria Ceramica)

Der Präsident der Confindustria Ceramica aus Italien, Vittorio Borelli , stellte am 09. Juni 2015 der Presse die Zahlen des vergangenen Jahres vor. „Das Jahr 2014 weist aus unserer Sicht eine positive Entwicklung auf“. Die 150 (2013: 156) italienischen Unternehmen der Fliesenindustrie erwirtschafteten im Jahr 2014 einen Umsatz von 4,91 Milliarden Euro (+ vier Prozent). Die Produktion belief sich auf 381,7 Millionen Quadratmeter (+ fünf Prozent). Der Absatz verbesserte sich um 1,3 Prozent auf 394,6 Millionen Quadratmeter.

Der Absatz in Italien gab neuerlich um 6,6 Prozent auf 80,8 Millionen Quadratmeter nach. Die Ausfuhren beliefen sich auf 313,7 Millionen Quadratmeter (+ 3,63 Prozent). Insgesamt erwirtschafteten die Unternehmen 4,11 Milliarden Euro im Exportgeschäft (+ 6,2 Prozent). Der Absatz in Deutschland wuchs im Jahr 2014 in der Menge (circa zehn Prozent) und im Umsatz (gut zwölf Prozent) zweistellig.

Investitionen innerhalb der Confindustria Ceramica mit Rekordwert

Die Investitionen erreichten mit 286,2 Millionen Euro einen neuen Rekordwert. Im Vergleich zum Vorjahr 2013 bedeutet dies ein Plus von mehr als 27 Prozent. Damit geben Italiens Fliesenhersteller sechs Prozent ihres Umsatzes für neue Maschinen und Anlagen aus. Im laufenden Jahr 2015 sind nach Aussage des Verbandes Investitionen in einer Höhe von 250 Millionen Euro geplant. Die Anzahl der Beschäftigten ging um 5,4 Prozent auf 19.430 zurück.

Neue Zahlen zur Produktion im Ausland

Insgesamt 16 italienische Fliesenhersteller unterhalten im Ausland Fertigungsstätten in Form von Direktinvestitionen. An diesen Standorten wurden 2014 insgesamt 76,7 Millionen Quadratmeter produziert. Die gut 3.000 Beschäftigen erwirtschafteten hier einen Umsatz von 715,5 Millionen Quadratmeter. Hiervon entfallen 62 Prozent auf Europa, die übrigen 38 Prozent auf die Verkäufe in Nordamerika. Der Verband gab im vergangenen Jahr hierzu keine Vergleichszahlen aus dem Jahr 2013 bekannt. Grund hierfür war die Übernahme der Marazzi durch die amerikanische Mohawk Gruppe Ende 2012. Seit dieser Übernahme werden die Marazzi-Werke in den USA und in Russland in der Auslandsstatistik der Confindustria Ceramica nicht mehr als italienische Werke mitgezählt. Im vergangenen Jahr wurden keine Zahlen zur Auslandsproduktion genannt, um keine Rückschlüsse auf die Leistungsfähigkeit der Marazzi beziehungsweise der übrigen Werke zu ermöglichen. In diesem Jahr gab der Verband hierzu wieder Zahlen heraus: Die amerikanischen und die russischen Werke der Marazzi-Gruppe sind hier nicht berücksichtigt. Den letzten kompletten Überblick aus dem Jahr 2014 finden Sie hier .

Zuversichtliches Italien

Vittorio Borelli, der am gleichen Tag mit großer Mehrheit für weitere zwei Jahre als Präsident bestätigt wurde, zeigte sich mit den Zahlen zufrieden. Es gebe in Italien wieder mehr Zuversicht. Der Rückgang der Energiepreise habe den Unternehmen ebenso geholfen wie der schwächere Euro. „Diese günstigen Ausgangsvoraussetzungen müssen wir weiter nutzen“. Borelli unterstrich auch die neuerliche Steigerung des Durchschnittspreises um 2,58 Prozent. Allerdings wiesen die italienischen Fliesenhersteller weiterhin Produktivitätsrückstände im Vergleich zu einigen ihrer Mitbewerber auf. Vittorio Borelli erwähnte diesbezüglich die guten Fortschritte der spanischen Werke .

Stefano Borelli
Die jährliche Pressekonferenz fand am Sitz der Confindustria Ceramica in Sassuolo statt.

Für dieses Jahr erwartet der Verband für die italienischen Hersteller eine weltweite Absatzsteigerung von einem Prozent, gefolgt von einem Plus von 3,2 im Jahr 2016.

Für Westeuropa wird in diesem Jahr eine Nachfragesteigerung nach Keramikfliesen - also nicht nur italienischen - von 1,1 Prozent prognostiziert, im Jahr danach soll der Wert auf 2,9 steigen. Nord- und Südamerika sowie die Golfregion bleiben die Top-Wachstumsmärkte.

Thema „China-Fliesen“ bleibt brisant

Verbandsdirektor Armando Cafiero erläuterte vor den Journalisten das brisante Thema „ China-Fliesen “. Nach der Einführung von Strafzöllen vor fünf Jahren sei der Import von Fliesen aus China nach Europa um 60 Prozent zurückgegangen. Dies entspräche einer Menge von  30 Millionen Quadratmetern. „Die Antidumping-Maßnahmen laufen im September kommenden Jahres aus, und wir bereiten uns darauf vor, uns für eine Beibehaltung der Zölle einzusetzen“, so Cafiero. Vorher, das heißt in nächsten Monaten, werde jedoch Frage aktuell werden, ob China der Status als Marktwirtschaft zuerkannt werden wird. Sollte dies geschehen, wäre eine Beibehaltung der Strafzölle seitens der Europäischen Union sehr viel schwieriger zu rechtfertigen.

www.confindustriaceramica.it

zuletzt editiert am 11. März 2021
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