Ein Mann hält eine Präsentation auf einer Bühne vor einem großen Bildschirm mit dem Logo von Italcer.
Graziano Verdi: Grüne Innovation als Chance für Wertschöpfung im gesamten industriellen Ökosystem (Quelle: Italcer Group)

Industrie 2026-05-20T09:27:03.533Z Italcer: Runter mit den Emissionen

Der italienische Fliesenhersteller Italcer ist eines der zehn besten italienischen Unternehmen bei der Patentierung umweltschonender Technologien.

Ein neues Verfahren der Unternehmensgruppe zielt auf den vollständigen Abbau von Emissionen und kann zum Vorbild für die Dekarbonisierung werden.

Die Italcer mit Sitz in Rubiera erreichte im Rahmen des Wettbewerbs „Konkurrenzfähig durch Nachhaltigkeit. Die Geografie der Öko-Innovation des Made in Italy“ einen Platz unter den zehn besten italienischen Unternehmen.

Nachhaltigkeit, Kultur und soziale Kohäsion

Der Wettbewerb wird vom Verband der Italienischen Handelskammern Unioncamere und der Stifung „Symbola“ ausgelobt. Letztere befasst sich schwerpunktmäßig mit der Förderung von Nachhaltigkeit, Kultur, Innovation und sozialer Kohäsion als Antriebe der wirtschaftlichen Entwicklung.

Keine Emissionen mehr

Das von der Italcer entwickelte und patentierte Verfahren ist nach Aussage des Herstellers in der Lage, die Emissionen in den eigenen Werken nicht nur vollständig abzubauen, sondern diese in neue, wertvolle Ausgangsstoffe umzuwandeln, die neue Geschäftsfelder erschließt und die Wettbewerbsfähigkeit erhöht. Das international einmalige Verfahren wurde von der Europäischen Union mit mehr als vier Millionen Euro gefördert.

Sekundäre Rohstoffe für Industrien

Die Technologie bindet die Abgase – CO2 und andere Verbindungen – und wandelt sie in gefälltes Calciumkarbonat für die pharmazeutische und kosmetische Industrie, in Calciumnitrat für die Herstellung von Dünger sowie Calciumsulfat für die Lebensmittelindustrie und die Herstellung von Gips um. Das Verfahren produziert diese Ausgangsstoffe ohne jegliche Transportkosten. Es baut die Emissionen vollständig ab und generiert jeweils 2.000 Liter Wasser und 750 KW thermische Energie pro Stunde, die in den Produktionszyklus der Fliesen wieder zurückgeführt werden.

Sollten die Labortests in den Werken bestätigt werden, würden mit der ersten Produktionsanlage ungefähr 10.000 Tonnen dieser sekundären Rohstoffe „nebenbei“ anfallen . Hierdurch würden 5.000 Tonnen CO2-Ausstoß vermieden und neue Umsatzperspektiven in einer Höhe von ungefähr 100 Millionen Euro eröffnet.

Chance für mehr Wettbewerbsfähigkeit

„In dieser Technologie konkretisiert sich die langfristige Strategie , die die Italcer schon seit vielen Jahren verfolgt mit der Mission der Herstellung von hochwertigen Fliesenprogrammen in nachhaltigen und innovativen Fertigungsverfahren“, so der CEO der Gruppe, Graziano Verdi. „Es handelt sich hier auch nicht um eine Reaktion beziehungsweise Antwort auf eine (Europäische) Direktive, sondern um eine strukturierte Anstrengung mit dem Ziel, die Herausforderungen in Sachen Umwelt in eine Chance für mehr Wettbewerbsfähigkeit zu überführen: durch die Schaffung von Wertschöpfung für unser Unternehmen, unsere Gesellschafter sowie des gesamten industriellen Ökosystems.“

Vor einigen Jahren hatte der Fliesenproduzent mit „Advance“ bereits ein Verfahren für die antibakterielle Veredelung von keramischen Oberflächen vorgestellt, die auch gegen Viren wirksam ist.

Das Unternehmen Italcer ist eine der führenden italienischen Gruppen in der Fliesenfertigung. Gründer und CEO ist Graziano Verdi. Der Hersteller erzielte 2025 mit 1.150 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 350 Millionen Euro.

Im März 2026 wurde bekannt, dass die österreichische Wienerberger die Mehrheit der Anteile an der Italcer Group erworben hat, worüber Fliesen und Platten hier berichtete.

zuletzt editiert am 20. Mai 2026
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