Insolvenzen
Seit 2010 sinkt die Zahl der Insolvenzen in Deutschland kontinuierlich. (Grafik: Kreditreform)

2016-07-04T00:00:00Z Insolvenzen: Rückgang setzt sich fort

Wie Creditreform meldet, nimmt die Zahl der Insolvenzen in Deutschland weiter ab. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres habe sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,8 Prozent auf 10.750 Insolvenzanträge verringert. (Grafik: Kreditreform)

Die wichtigsten Gründe sind nach Angaben der Wirtschaftsauskunftsgesellschaft Creditreform die anhaltend gute Wirtschaftslage in einem günstigen Finanzierungsumfeld sowie eine verbesserte Ertrags- und Eigenkapitalsituation der Unternehmen.  Zudem führe das seit Jahren stagnierende Gründungsgeschehen in Deutschland zu einem abnehmenden Bestand an tendenziell insolvenzanfälligen jungen Unternehmen.  Nur wenig verringert haben sich laut Creditreform die Insolvenzschäden und die Arbeitsplatzverluste. Die Schadenssumme für Insolvenzgläubiger und die öffentliche Hand schätzt Creditreform im 1. Halbjahr auf 11,8 Milliarden Euro (1. Halbjahr 2015: 11,9 Milliarden Euro). 110.000 Arbeitsplätze seien aufgrund der Insolvenzen im 1. Halbjahr bedroht (1. Halbjahr 2015: 112.000) – viele dieser Stellen bei Unternehmen mittlerer Größe und jüngeren Unternehmen.

Weiter erhöht hat sich nach Angaben von Creditreform der Anteil der Unternehmergesellschaft (UG haftungsbeschränkt) am Insolvenzaufkommen: von  7,5 Prozent im 1. Halbjahr 2015 auf 8,4 Prozent im 1. Halbjahr 2016. Rechtsformen, die auf Klein- und Kleinstunternehmen hindeuten, seien weiterhin am stärksten betroffen. Insgesamt beträfen 66,0 Prozent aller Insolvenzfälle des 1. Halbjahres Unternehmen mit einem Jahresumsatz von maximal 500.000 Euro – mithin Kleinstunternehmen und Solo-Selbständige (1. Halbjahr 2015: 63,3 Prozent). Bei der Mehrzahl der betroffenen Unternehmen  (81,0 Prozent) seien höchstens fünf Mitarbeiter beschäftigt (1. Halbjahr 2015: 79,8 Prozent).

www.creditreform.de

zuletzt editiert am 11. März 2021
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