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Der Industrieverband Keramische Fliesen + Platten ewrarte ein weiteres Wachstum beim Fliesenabsatz und will dieses auch mit seiner Imagekampagne weiter unterstützen. (Foto: Industrieverband Keramische Fliesen + Platten e.V.)

2012-05-25T00:00:00Z Industrieverband Keramische Fliesen + Platten erwartet weiteres Wachstum

Der Industrieverband Keramische Fliesen + Platten e.V. hat nun die offiziellen Zahlen für das vergangene Jahr vorgelegt. Begünstigt durch eine stabile Bautätigkeit wuchs der Inlandsverbrauch keramischer Fliesen und Platten im Jahr 2011 demnach auf circa 117,4 Mio. Quadratmeter. (Foto: Industrieverband Keramische Fliesen + Platten e.V.)

Der Bausektor hat sich nach der Bankenkrise 2008/2009 erholt und im Jahr 2011 spürbar zugelegt. So stiegen die Bauinvestitionen im Hochbau mit 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr ähnlich stark wie der Inlandsumsatz der Mitgliedsunternehmen (+5,7 Prozent). Das meldet der Der Industrieverband Keramische Fliesen + Platten e.V. in seinem aktuellen Jahresrückblick.

In der mittelfristigen und längerfristigen Perspektive erscheint der Hochbau demnach als stabile Größe. Die Hochbaugenehmigungen zeigen mit +21,6 Prozent im Wohnungsbau und +21,4 Prozent im Wirtschaftsbau den positiven Trend. Lediglich im öffentlichen Hochbau seien die Sparbemühungen der öffentlichen Haushalte deutlich zu spüren, mit einem Rückgang der Baugenehmigungen um 17,7 Prozent, schreibt der Verband.

Neben dem Neubau nimmt die Renovierung auch für den Absatz keramischer Fliesen eine zunehmend wichtige Rolle ein, heißt es in einer Pressemitteilung. Mehr als zwei Drittel aller Investitionen im Baubereich werden demnach für die Instandhaltung von Gebäuden eingesetzt und davon der Großteil, nämlich circa zwei Drittel, auf die nicht energetische Sanierung.

Fliesenverbrauch in 2011 erneut gestiegen

Im Jahr 2011 lag der Absatz keramischer Fliesen bei circa 117,4 Millionen Quadratmeter und somit etwa 7,3 Prozent über dem Vorjahr, meldet der Verband. Ausschlaggebend für diesen Zuwachs ist laut Herstellerverband die gute baukonjunkturelle Lage in Deutschland. Die boomende Wirtschaft wirke sich positiv auf den Arbeitsmarkt und das Verbrauchervertrauen aus. Einhergehend mit historisch niedrigen Zinsen begünstige dieses Umfeld die Bereitschaft, in die eigene Immobilie zu investieren. Dieser Trend, die "Flucht in die Immobilie", verstärke sich durch das Misstrauen gegenüber den Kapitalmärkten sowie die Verunsicherung der Verbraucher aufgrund der hohen Staatsverschuldung.

Zudem habe die Fliese gegenüber anderen Belagsmaterialien Terrain aufholen können. Dies zeigt, dass die von den Herstellern im Industrieverband vor vier Jahren initiierte und sehr erfolgreiche Imagekampagne für Fliesen greift, schreibt der Verband in seiner Pressemitteilung. Inzwischen sei die Fliese wieder in den Medien und den Köpfen der Verbraucher verstärkt präsent.

Leichte Erholung in der Produktion keramischer Fliesen

Nach einem Einbruch der Produktion um fast 24,5 Prozent von 2007 bis 2009 hat sich diese nach den Verbandszahlen im Rahmen der aufstrebenden Bautätigkeit in 2011 wieder erholt. Mit einem Plus von 8,7 Prozent stieg die Produktion keramischer Fliesen demnach auf insgesamt 54,8 Millionen Quadratmeter.

Deutsche Hersteller steigern Absatzquote ins Ausland

Die deutschen Fliesenproduzenten konnten ihre Exporte trotz eines schwierigen konjunkturellen Umfeldes im Ausland durch engagierte und gezielte Maßnahmen um knapp drei Millionen Quadratmeter (+8,1 Prozent) auf insgesamt 26,9 Millionen Quadratmeter steigern, so der Industrieverband.

Österreich bleibt demnach unverändert Exportland Nummer eins. Insgesamt wurden in 2011 nach Österreich circa 3,9 Millionen Quadratmeter und nach Frankreich circa 3,3 Millionen Quadratmeter Fliesen ausgeführt. In der Zwischenzeit hat die Schweiz mit 2,9 Millionen Quadratmetern die Niederlande (2,5 Millionen Quadratmeter) als drittstärksten Auslandsmarkt für deutsche Fliesen abgelöst. Während die Exporte in die klassischen Märkte stabil blieben, konnten die Exporte in andere Ländern und Regionen um 9 Prozent und mehr zulegen, vorne dabei ist Russland mit +86,1 Prozent, berichtet der Verband.

Fliesenimporte nach Deutschland legen zu

Deutschland sei für ausländische Hersteller ein begehrter Markt. Sie hätten daher ihre Aktivitäten auf dem deutschen Markt deutlich verstärkt. Der Wettbewerb sei ausgeprägt und nehme weiter zu. Die Importe nach Deutschland seien vor diesem Hintergrund und entsprechend der positiven Entwicklung im Baubereich mit +6,2 Prozent leicht gestiegen. Italien liegt mit +6,5 Prozent (+2,6 Millionen Quadratmeter) zwar nur leicht über dem Durchschnitt, konnte jedoch seine unangefochtene Position als größtes Importland festigen. Größere Zuwächse konnten sowohl relativ wie absolut die Türkei (+18,7 Prozent) und Polen (+23,0 Prozent) verzeichnen. Lediglich China und Frankreich haben mit -9,7 und -9,2 Prozent in der Menge Einbußen erlitten. China bleibt gleichwohl zweitstärkstes Lieferland für keramische Fliesen.

Italienische Hersteller haben den Zahlen nach mit rechnerischen 12,80 Euro pro Quadratmeter den höchsten Erlös erzielt, gefolgt von den spanischen mit 12,20 Euro pro Quadratmeter und den deutschen Herstellern mit 9,50 Euro pro Quadratmeter, während die Erlöse aller weiteren Importländer mit einem Marktanteil von circa 35 Prozent teilweise deutlich unter 9,00 Euro pro Quadratmeter liegen.

Weiteres Wachstum erwartet

Die Indikatoren, insbesondere die weiter steigende Zahl der Baugenehmigungen, weisen laut Industrieverband auf eine robuste und wachsende Bautätigkeit im laufenden Jahr hin. Diese wird nach Meinung des Verbandes jedoch in besonderem Maße vom Verbrauchervertrauen beeinflusst und dieses von der Fähigkeit der Mitgliedsstaaten, die Risiken im Zusammenhang Euro-Krise in den Griff zu bekommen.

Alles in allem rechnet der Industrieverband für 2012 mit einem weiteren leichten Wachstum des Inlandsabsatzes um gut zwei bis drei Prozent. Neben dem schwierigen Marktumfeld, in dem ein Großteil der Marktteilnehmer preisaggressiv agiere, werden den deutschen Fliesenherstellern laut ihrem Verband zudem Preissteigerungen im Energie- und Rohstoffbereich sowie behördliche Erschwernisse erheblich zu schaffen machen.

Qualitätsinitiative weiter vorantreiben

Die deutsche Industrie will ihre Qualitätsinitiative für die Fliesen unter dem Logo "Deutsche Fliese" weiter vorantreiben, um auf diesem Weg eine bessere Wahrnehmung der keramischen Fliese für eine breitere Schicht potentieller Kunden zu schaffen. Die Mitgliedswerke des Industrieverbandes setzen zudem bereits heute international in punkto Umweltschutz und Energieeffizienz Maßstäbe, hebt der Verband hervor. Zu den selbstverständlichen Standards in deutschen Werken gehören demnach zum Beispiel Wärmerückgewinnung und die abwasserlose Wasserwiederaufarbeitung.

Die deutsche Industrie bemühe sich weiterhin um eine zusätzliche Steigerung ihrer Energieeffizienz und hoffe beim Vertrieb ihrer Produkte darauf, dass Verbraucher derartige Anstrengungen zunehmend honorieren: "Deutsche Fliesen sind umwelt- und ressourcenschonend hergestellt, sind ein von Haus aus natürliches und gesundes Baumaterial und sichern deutsche Arbeitsplätze", betont der Verband der heimischen Hersteller.

zuletzt editiert am 11. März 2021
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