Blick auf einen Rohbau, in dem zwei Bauarbeiter stehen.
Die 800.000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe sollen laut IG BAU von der Umsatzsteigerung der Branche profitieren. Quelle: Pixabay

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23. April 2021 | Teilen auf:

IG BAU fordert 5,3 Prozent mehr

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) will 5,3 Prozent mehr Lohn und Gehalt für die rund 800.000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe. Außerdem soll die Regelung für die Entschädigung der Wegezeiten weiterentwickelt werden. Auch die Löhne im Osten müssten den Westeinkommen angeglichen werden.

Hintergrund der Forderungen der IG BAU ist, dass die Arbeitnehmer im Bauhauptgewerbe an den guten Umsätzen der Bauwirtschaft beteiligt werden sollen. Mit 143 Milliarden Euro habe die Bauwirtschaft im vergangenen Jahr eine Umsatzsteigerung von sechs Prozent erzielt. Und es gehe weiter nach oben: Der Ifo-Geschäftsklimaindex vom vergangenen Monat rechnet für das Bauhauptgewerbe mit einem Plus von 2,3 Prozent, dem höchsten Wert seit einem Jahr. „Von der allgemeinen Corona-Krise ist im Bausektor nichts, aber auch gar nichts zu spüren. Da ist es nur recht und billig, wenn die Arbeiterinnen und Arbeiter auch ein Plus auf ihrem Lohnzettel sehen“, sagt IG-BAU-Vorstandsmitglied und Verhandlungsführer Carsten Burckhardt. „Der Bau ist eine zentrale Stütze der Konjunktur, er ist Job-Motor und erlebt seit mehr als zehn Jahren einen beispiellosen Boom. Damit das so bleibt, müssen die, die diesen Boom tragen, auch entsprechend entlohnt werden.“

Entschädigung der Wegezeiten weiter auf dem Tisch

Im vergangenen Jahr hatte die IG BAU in den per Schlichterspruch beendeten Tarifverhandlungen erreicht, dass eine erste Entschädigung der Wegezeiten in die Lohnerhöhung integriert wurde. Dieses Modell möchte die IG BAU nun erweitert sehen. „Die Anfahrtswege der Bau-Beschäftigten sind oftmals lang und wechseln ständig, je nach Einsatzort. Die Arbeiterinnen und Arbeiter haben überhaupt keinen Einfluss darauf, wo der Chef sie hinschickt. Deshalb müssen auch die Fahrten zur Arbeitsstelle entschädigt werden“, erklärt Burckhardt. Schließlich sollten auch die Ostlöhne denen im Westen angeglichen werden.

Die erste Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern ist am 11. Mai 2021.

https://igbau.de