Die Zahl neu eingetragener Lehrverträge im Handwerk steigt weiter: Wie in den Vorjahren verzeichnet die Lehrlingsrolle der Handwerkskammer (HwK) Koblenz ein leichtes Plus. (Foto: HwK Koblenz)
„Seit Jahresbeginn sind es 2.865 neue Ausbildungsverhältnisse. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres konnten wir 2.833 neue Lehrverträge registrieren“, berichtet Michael Junglas, Teamkoordinator der HwK-Ausbildungsberatung. Die Zahlen sind auch Ergebnis verstärkter Anstrengungen des Handwerks, Jugendliche für eine Ausbildung zu gewinnen. „Hier ziehen wir mit den Betrieben und anderen Handwerksorganisationen an einem Strang, denn die Sicherung des fachlichen Nachwuchses ist die große Herausforderung“, sagte Junglas.
Die HwK-Ausbildungsberater und die Ausbilder in den Handwerksbetrieben kümmern sich intensiv um ihre Schützlinge. Rechnerisch betreut jeder Ausbilder in einem Handwerksbetrieb durchschnittlich 1,6 Lehrlinge. In der Gesamtwirtschaft liegt diese Quote bei 2,1 Auszubildenden. Und auch die HwK Koblenz mit ihren 18 Ausbildungsberatern ist eng dran an Jugendlichen und Betrieben. Über 26.000 Beratungen wurden 2015 durchgeführt. „Die Früchte dieser Arbeit ernten wir jetzt“, unterstreicht Junglas, geht aber auch auf das Gesamtpaket ein, das hinter diesen Erfolgszahlen steht. Ob Bundesimagekampagne des Handwerks, die gezielt Jugendliche mit Werten des Handwerks anspricht, Kammern, Kreishandwerkerschaften, Innungen oder ausbildende Handwerksbetriebe: Sie alle prägten ein öffentliches Bild vom Handwerk, das Jugendliche verstärkt positiv wahrnähmen und bewusst in ihrer Lebensplanung berücksichtigten.
Ein Beleg für dieses positive Bild ist die wachsende Zahl von Lehrlingen mit Abitur. Beim Jahrgang 2016 waren es im Bundesdurchschnitt 12,5 Prozent. „Die Anzahl von Abiturienten im Handwerk hat sich in den letzten Jahren verdreifacht“, so Junglas für den Kammerbezirk Koblenz. Viele planten ganz bewusst mit dem Handwerk wie die 19-jährige Johanna Müller aus Polch. Ursprünglich dachte sie über ein Biologiestudium nach, doch die Perspektiven nach dem Abschluss schätzt sie selber als vage ein. „Eine abgeschlossene Ausbildung bietet da weit mehr Möglichkeiten und Entwicklungschancen“, so Müller. Nun absolviert die Abiturientin eine Ausbildung zur Tischlerin. Ein Studium im Bereich Innenarchitektur oder Holztechnik seien mögliche Anschlussoptionen. Genauso wie die Meisterqualifikation und Selbstständigkeit als Handwerker.
