Mit dem neuen „Inkjetgold“ von Heraeus können Substrate wie Glas oder Keramik nun auch im Digitaldruck mit echtem Gold bedruckt werden, so das Unternehmen. Bislang sei eine industrielle Edelmetalldekoration von Glas und Keramik nur mit Direktsiebdruck, thermoplastischen Direktdruck oder durch Abziehbilder möglich. (Foto: Heraeus)
Das Technologieunternehmen Heraeus hat das „Inkjetgold“ auf der Messe Glasstec in Düsseldorf vom 20. bis 23. September 2016 der Fachöffentlichkeit vorgestellt. Das flüssige Edelmetallpräparat „Inkjetgold“ lasse sich auf glatte Oberflächen wie zum Beispiel Fliesen oder Parfumflakons im Digitaldruckverfahren applizieren. Dabei sei das Präparat auch für gängige Druckköpfe geeignet. Gedruckt wird wie bei anderen Verfahren mit 25 und 50° C. Nach dem Druck werden die Produkte bei zirka 800°C gebrannt – es entsteht ein glänzender, etwa 150 Nanometer dünner Goldfilm.
Mit „Inkjetgold“ lassen sich nach Angaben von Heraeus konturscharfe Dekore komfortabel und nahezu geruchlos erstellen. Auch ermögliche der Digitaldruck eine flexible und individualisierbare Reproduktion. Designs könnten so gegenüber herkömmlichen Druckverfahren flexibler und einfacher geändert werden, wodurch sich auch kleinste Auflagen bis hin zum Einzelstück wirtschaftlicher produzieren ließen. Darüber hinaus sei mit dem neuen Edelmetallpräparat auch eine Verbindung mit keramischen Farben möglich. Soll das fertige Produkt in der Außendekoration eingesetzt werden, empfiehlt Heraeus, das Gold noch mit einem Schutzlack zu überziehen, um die Korrosionsbeständigkeit und Abriebfestigkeit zu erhöhen.
