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Foto: Informationsdienst Naturstein, Trier

Naturstein 2010-06-11T00:00:00Z Granit, da weiß man was man hat …

… oder auch nicht. Im Internationalen Natursteinhandel werden häufig Natursteine unter der Bezeichnung Granit angeboten. Viele dieser Steine sind keine echten Granite. Verlassen Sie sich nicht auf Angaben in Preislisten und Katalogen. (Foto: Abraxas Verlag, Hasede)

Die korrekte Art der Bezeichnung ist in EN 12440 geregelt. Aber wie kann es kommen, dass sich falsche Angaben in Produktunterlagen von Fachleuten befinden? Eigentlich sollten Bruchbetreiber doch wissen, welche Steine sie abbauen? Die Antwort ist ganz einfach: Der Natursteinmarkt ist international. Die Systeme zur Bezeichnung sind unterschiedlich.

So ist beispielsweise in China die Bezeichnung von Naturstein in der GB/T 17670 geregelt. Dort wird lediglich zwischen M = Marble (Marmor), G = Granite (Granit) und S = Slate (Schiefer) unterschieden. Dieses System besteht aus nur drei Gruppen. Deshalb werden unter der Bezeichnung "G", viele Silikatgesteine zusammengefasst.

In Deutschland erfolgen die Bezeichnungen gemäß einer Europäischen Norm, der EN 12440. Hier wird in so genannte petrographische Familien untergliedert. Dieses System ist wesentlich differenzierter. Während in China petrographische Familien, wie Monzonite, Diorite, Gabbros, Gneise, Migmatite und so weiter unter die Sammelbezeichnung Granit fallen, sind sie in unseren Regelwerken als eigenständige petrographische Familien aufgeführt. Doch nicht nur in China gibt es Unterschiede zu den europäischen Bezeichnungen. Auch die Amerikanischen Standards wie ASTM C 119 sind mit den deutschen Bezeichnungen nicht identisch.

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Granite sind immer gekörnt und richtungslos (Fotos: Abraxas Verlag, Hasede)

Wie kann man einen "echten" Granit von anderen Silikatgesteinen unterscheiden? Eine Annäherungsmöglichkeit ist das Gefügebild. Granite sind immer richtungslos und haben ein körniges Gefüge. Man kann die einzelnen Minerale der Hauptgemengteile mit bloßem Auge gut voneinander unterscheiden. Die Größe kann von feinkörnig bis riesenkörnig variieren.

Aber Vorsicht, diese Merkmale alleine reichen nicht aus, um einen Granit eindeutig zu identifizieren. Dazu ist auch die Kenntnis des Mineralbestandes erforderlich. Die hierzu notwendigen petrographischen Untersuchungen und Ergebnisse sind in EN 12407 geregelt.

Doch es gibt in Katalogen auch Falschbezeichnungen als Granit, die man ohne aufwändige Untersuchungen sofort erkennen kann. Dies ist beispielsweise bei schwarzen Hartgesteinen der Fall, die als Granit bezeichnet werden. Ein weiteres Ausschlusskriterium sind großflächige gewolkte Texturen. Viele der bunten Hartgesteine, die aus Indien oder Brasilien stammen, sind keine Granite, sondern Gesteine aus der Gruppe der Umwandlungsgesteine.

www.beuth.de

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"Echte" Granite sind niemals gewolkt.
zuletzt editiert am 11. März 2021
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