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Ob und gegebenenfalls wie Architekten und Bauherren Social Media wie Facebook und Co. Nutzen, das hat die Heinze Marktforschung nun untersucht. (Grafik: Heinze)

2011-12-14T00:00:00Z Gefällt mir? Studie zur Nutzung von Facebook & Co in der Architekturbranche

Längst wird in sozialen Online-Netzwerken nicht mehr nur privat geplaudert. So genannte Social Media dienen zunehmend auch der professionellen Kommunikation. Eine aktuelle Studie zeigt nun, wie wichtig Internetdienste wie Facebook, Xing, Twitter und You Tube für Architekten und Bauherren sind. (Grafik: Heinze)

Eine im Oktober abgeschlossene Studie gibt Einblicke in das aktuelle Social-Media-Nutzungsverhalten von Architekten und Bauherren. Der Fachinformationsdienstler Heinze hat dazu schriftlich beantwortete Fragebögen von 358 Architekten und Planern sowie 268 privaten Bauherren und Modernisierern aus ganz Deutschland ausgewertet.

Untersucht wurde unter anderem, welche Social-Media-Angebote von Architekten passiv und aktiv genutzt werden. 80 Prozent der Befragten nutzen etwa das Online-Lexikon Wikipedia, 43 Prozent die Videoplattform You Tube. Allerdings beteiligen sich hier die wenigsten Architekten mit eigenen Beiträgen (maximal fünf Prozent).

Informieren statt Zwitschern

Weitaus aktiver geht es bei Facebook, genutzt von 22 Prozent aller Befragten, und Xing (16 Prozent) zu. Hier stellen jeweils mehr als ein Drittel der Nutzer eigene Daten ins Netz. "Gezwitschert" wird unter den befragten Architekten und Planern übrigens kaum. Zwar zählt der Onlinedienst Twitter zu den bekanntesten Social Media Angeboten, aktuell lesen aber nur sechs Prozent die Tweeds und nur ein Prozent verfasst eigene Mitteilungen.

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Fast jeder dritte Architekt (31 Prozent) informiert sich in sozialen Netzwerken über Bauprodukte und Einrichtungsgegenstände. (Grafik: Heinze)

Ein Teil der Architekten als auch der privaten Bauherren nutzt soziale Netzwerke zur Information über Bauprodukte. Fast jeder dritte Architekt (31 Prozent) und Bauherr (32 Prozent) informiert sich in sozialen Netzwerken über Bauprodukte und Einrichtungsgegenstände.

Kontakt zu Kollegen

Bedenken bezüglich des Datenschutzes und Zeitmangel sind laut Heinze-Studie die häufigsten Gründe für beide befragten Gruppen, sich nicht mit Social Media befassen. Architekten, die in sozialen Netzwerken aktiv sind, schätzen vor allem die Zugänglichkeit zu Informationen, die sich über andere Kanäle nicht beschaffen lassen (23 Prozent) und den Kontakt zu Kollegen. Den fachlichen Austausch über soziale Netzwerke suchen etwas mehr als ein Fünftel aller befragten Architekten. Dabei treten sie nicht nur mit Kollegen (22 Prozent) in Kontakt, sondern auch mit Herstellern (16 Prozent) und teilweise auch mit Auftraggebern (14 Prozent).

Die privaten Bauherren sind im aktiven Austausch über baufachliche Themen in sozialen Netzwerken ein wenig zurückhaltender. 12 Prozent treten darüber mit anderen Bauherren in Kontakt, den Dialog mit Herstellern suchen immerhin 16 Prozent. Mit steigendem Alter der Bauherren nimmt dabei laut Studie das Interesse zu, mit Herstellern via Social Media in persönlichen Kontakt zu treten. 23 Prozent aller über 60-Jährigen haben diese Möglichkeit bisher genutzt, während nur 8 Prozent der unter 40-Jährigen den direkten Onlinedialog mit Herstellern bisher gesucht haben.

"Heavy User"

Unter den Architekten und Planern identifizierte Heinze in seiner Studie auch so genannte Heavy-User (17 Prozent der Stichprobe) aus. Dabei handelt es sich um Architekten, die nahezu alle vorgestellten Social-Media-Kanäle aktiv nutzen. Mehr als die Hälfte dieser "Heavy-User" (55 Prozent) informiert sich in sozialen Netzwerken über Bauprodukte, tauscht sich mit Kollegen aus (58 Prozent) und würde bei Fragen zu Produkten und Anwendungen Hersteller über Social-Media-Kanäle kontaktieren (53 Prozent). Fast alle dieser "Heavy-User" sind übrigens in eher kleinen, freien Architekturbüros tätig. Hier scheint sich die Nutzung von sozialen Netzwerken im Berufsalltag tendenziell stärker etabliert zu haben als in der gesamten Branche, schreibt Heinze.

Welche Inhalte von Architekten und Bauherren über welche Social-Media-Kanäle am meisten frequentiert werden, wurde in der Studie dabei zunächst beispielhaft erfasst. Die Palette der Produkte, nach denen etwa in sozialen Netzwerken gesucht wurde, umfasst fast 100 unterschiedliche Angaben. Allerdings deuten die Mehrfachnennungen darauf hin, dass es vor allem designaffine Produkte wie Möbel sind, die verstärkt im Web 2.0 Aufmerksamkeit finden.

Weitere Studien

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Noch nutzen nur 12 Prozent der Architekturbüros Social Media, um ihr Büro darzustellen. Doch gut ein Drittel plant, das künftig zu tun. (Grafik: Heinze)

Die Heinze Marktforschung plant dazu weiterführende Studien. Bereits untersucht hat der Dienstleister, welche Bedeutung unter Architekten soziale Netzwerke zukünftig für die Selbstdarstellung des eigenen Büros haben könnten. Laut einer Onlinebefragung (April 2011, 152 Teilnehmer) nutzt aktuell nur etwa jedes zehnte Büro Social-Media-Kanäle, um die eigene Arbeit vorzustellen. Allerdings plant rund ein Drittel aller befragten, zukünftig Facebook & Co in Sachen Eigen-PR zu nutzen.

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zuletzt editiert am 11. März 2021
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