Symbolfoto FFP2-Maske
Unternehmen sollen sich mit Masken für den Herbst bevorraten, um gegebenenfalls schnell reagieren zu können, so die DGUV. (Quelle: Pixabay)

Betrieb

02. June 2022 | Teilen auf:

Gefährdungsbeurteilung nach Ablauf der Corona-Arbeitsschutzverordnung 

Ende Mai ist die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung außer Kraft getreten. Trotzdem müssen Unternehmen weiterhin beurteilen, welche Gefährdung durch das Virus in ihrem Betrieb besteht und entsprechend handeln.

Berufsgenossenschaften und Unfallkassen werden Unternehmen weiterhin darin unterstützen, Maßnahmen des betrieblichen Infektionsschutzes zu prüfen und zu veranlassen. Darauf weist ihr Verband, die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), hin.

Seit Beginn der Pandemie müssen Betriebe den Schutz vor Infektionen mit dem Coronavirus am Arbeitsplatz in ihrer Gefährdungsbeurteilung beachten. Den rechtlichen Rahmen hierfür fanden sie bisher in der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung und in der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hatten diese Vorschriften mit branchenspezifischen Konkretisierungen für Betriebe und Einrichtungen flankiert.

Risiken im Blick behalten

Auch wenn die Arbeitgeber/-innen nun deutlich mehr Entscheidungsspielraum haben, sind sie grundsätzlich verpflichtet, Ansteckungsrisiken im Arbeitsschutz im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen. Darüber hinaus kann sich die Notwendigkeit von Infektionsschutzmaßnahmen aus landes- oder bundesrechtlichen Regelungen für bestimmte Tätigkeiten oder Branchen ergeben.

„Arbeitgebende müssen auch weiterhin beurteilen, welche Gefährdung durch das Virus in ihrem Betrieb oder in ihrer Einrichtung noch besteht“, sagt Dr. Stefan Hussy, Hauptgeschäftsführer der DGUV. „Maßstab hierfür kann zum einen die aktuelle Lage in der Region sein. Zum anderen spielt auch die Tätigkeit eine wichtige Rolle.“ Vor allem Gefahren für die Sicherheit und Gesundheit besonders schutzbedürftiger Beschäftigtengruppen sind bei der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen und gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Unterstützung bei der Integration des Infektionsschutzes in die Gefährdungsbeurteilung bieten nach wie vor die branchenspezifischen Handlungshilfen der Unfallversicherungsträger. Diese werden zukünftig allerdings nur noch vereinzelt aktualisiert. Im Rahmen ihres allgemeinen Präventionsauftrags beraten Unfallversicherungsträger weiterhin bei Bedarf zu Themen des Infektionsschutzes.

Vorbereitungen treffen

Mit Blick auf die noch ungewisse Situation später im Jahr rät die gesetzliche Unfallversicherung den Betrieben, sich auf eine mögliche neue Infektionswelle vorzubereiten. „Masken vorzuhalten und größere Zusammenkünfte vorausschauend zu planen sind einfache Mittel, um im Herbst gegebenenfalls schnell auf eine rasche Verschlechterung der Infektionslage reagieren zu können“, so Dr. Hussy. So würde der betriebliche Ablauf im Bedarfsfall möglichst wenig gestört und das Risiko plötzlich anfallender Kosten verringert.

zuletzt editiert am 01.06.2022