„Bitte eine bodengleiche Dusche mit großen Fliesen“ – das ist ein bei Fliesenlegern vielfach geäußerter Kundenwunsch. Und genau dies war auch die praktische Aufgabe im Rahmen der Gesellenprüfung, die neun junge Männer aus der Region Mittelrhein jetzt meisterten. Die Kreishandwerkerschaft und die Fliesenleger-Innung Mittelrhein luden zur festlichen Freisprechung ein und machten damit im Rahmen des Brauches den Wechsel der jungen Leute von der Lehrzeit ins Berufsleben offiziell. (Foto: Fliesenleger-Innung Mittelrhein)
„Beste Zukunftsaussichten“ prophezeite Detlef Börner, Obermeister der Fliesenleger-Innung Mittelrhein, den neuen Fachkräften. Denn diese haben ihr Handwerk von der Pike auf gelernt, was in der Branche nicht mehr selbstverständlich sei.
Christof Wenz, Berufsschullehrer der BBS Lahnstein, betonte die Tatsache, dass gerade einmal neun Gesellen aus dem Gebiet von Mayen über Koblenz bis Bad Kreuznach sich als Fliesenleger ausbilden ließen, wohingegen von den Universitäten in Rheinland-Pfalz 20.000 Bachelor-Absolventen pro Jahr abgingen. Im Gegensatz zu manchem Akademiker könnten sich die neuen Handwerker somit auf eine gute Auftragslage freuen. Das bestätigte auch Norbert Dreisigacker, Geschäftsführer des Baugewerbeverbandes Rheinland-Pfalz: Bei den Handwerkern insgesamt gebe es lediglich fünf Prozent Arbeitslosigkeit bei den Gesellen, zwei Prozent bei den Meistern.
Knut Mohr, Prüfungsvorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses, zeigte sich beeindruckt von der Leistung der jungen Männer, die auch knifflige Aufgaben präzise umzusetzen wussten. Sein Kollege vom Meisterprüfungsausschuss, Frank Runnebaum, machte den Neuen Mut, sich weiterzubilden: „Der Meister wäre das I-Tüpfelchen auf dem, was Sie bisher geschafft haben.“
