Die italienische Confindustria Ceramica sieht in den Ergebnissen des Jahres 2013 den Tiefpunkt erreicht. Steigende Exporte und ein auf niedrigem Niveau konsolidierter italienischer Markt sollen in diesem Jahr den Weg für einen leichten Produktionszuwachs freimachen. (Foto: Confindustria Ceramica)
Präsident Vittorio Borelli illustrierte auf der Pressekonferenz am 23. Dezember, wie es um die italienische Fliesenindustrie bestellt ist. Im Jahr 2013 verzeichneten die Unternehmen der italienischen Fliesenindustrie einen Exportzuwachs von 3,1 Prozent auf rund 300 Mio. Quadratmeter. Der Absatz im Inland gab noch einmal um 5,4 Prozent auf weniger als 90 Mio. Quadratmeter nach. Die Produktion erreichte einen Wert von 355 Mio. Quadratmetern (- 3,3 Prozent). Außerdem seien von den Mitgliedsunternehmen, so der Industrieverband Confindustria Ceramica, im vergangenen Jahr ungefähr 15 Mio. Quadratmeter Lager abgebaut worden. Vor zehn Jahren liefen in Italien noch knapp 590 Mio. Quadratmeter aus den Öfen.
Positive Ergebnisse verzeichneten Italiens Fliesenexporteure vor allem in der NAFTA-Region (USA, Kanada und Mexico) mit Zuwächsen von 12, 5 Prozent, in den Golfstaaten (+ 11,7 Prozent) und im Fernen Osten (11,9). Nach Westeuropa gingen die Fliesenausfuhren um 1,7 Prozent zurück. Insgesamt stieg der Absatz (Italien und Export) leicht um 1 Prozent. Zahlen zu einzelnen Märkten konnte der Verband noch nicht vorlegen. Verschiedene Lieferanten des deutschen Handels berichten jedoch von guten bis sehr guten Verkaufsergebnissen, die den Unternehmen spürbare Zuwächse im Umsatz und Menge einbringen dürften. Die Flieseneinfuhren nach Italien gingen um 9,3 Prozent zurück.
Belastet wurde das Fliesenjahr in Italien vor allen durch die schwache Nachfrage im Inland sowie die immer noch rückläufigen Investitionen im Bau (- 7,1 Prozent) und im Wohnungsneubau (- 23,7).
Ermutigende Anzeichen ergab auch eine stichprobenartige Analyse der Unternehmensbilanzen durch die Banca Populare Dell´Emilia Romagna: Das Ergebnis vor Steuern (EBITDA) in der Italienischen Keramikbranche beläuft sich hiernach im Durchschnitt auf 9,5 Prozent des Umsatzes. Bei Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 120 Mio. Euro beläuft sich der Wert auf 11,2 Prozent. Unternehmen mit einem Umsatz von 40 bis 120 Mio. Euro erreichen 7,3 Prozent.
Für das kommende Jahr prognostiziert der Verband ein Absatzplus von 1,6 Prozent: Einem stagnierenden italienischen Markt (- 0,8 Prozent) steht hier voraussichtlich Exportzuwachs von 2,4 Prozent gegenüber. In Westeuropa wird ein Exportplus von weniger als einem Prozent erwartet (+ 0,5), während Osteuropa sich voraussichtlich um zwei Prozentpunkte verbessert. In Übersee sollen die Umsätze zwischen 3 und 4 Prozent zulegen. Angetrieben durch den US-amerikanischen Markt wird in der NAFTA-Zone ein Plus von 8 Prozent vorhergesagt.
Die Produktion der Italiener soll im Jahr 2014 im 1,2 Prozent wachsen. Die Investitionen der italienischen Fliesenhersteller werden sich nach Aussage des Verbandes weiterhin auf einem Niveau von ungefähr 5 Prozent des Umsatzes bewegen.
