Industrie 2026-11-03T14:00:00Z Fliesenindustrie Italien: Lichtblick bei Emissionen

Das EU-Parlament votiert für die Möglichkeit einer Festsetzung spezifischer Emissionsregeln für einzelne Branchen – auch für die Keramikindustrie. Damit werde der Weg zu einer „realistischen“ Lösung für die Fliesenhersteller frei, so die Confindustria Ceramica in einer Pressemitteilung.

Die Europäische Kommission hatte in ihrer Neufestsetzung der „Benchmarks“ Grenzwerte für die Produktion von Keramikfliesen vorgegeben, die nach Meinung des Italienischen Industrieverbandes technisch nicht einzuhalten waren. Diese Grenzwerte für die Periode von 2026 bis 2030 hätte die Unternehmen dazu genötigt, vermehrt Emissionsrechte zu erwerben und so die Energiepreise für die Hersteller weiter in die Höhe getrieben. Dies hätte nach Berechnungen der Confindustria Ceramica zu Mehrkosten bis zu 200 Millionen Euro im Jahr geführt.  

Benchmarks „nach Maß“ 

Nun hat das Europäische Parlament mit großer Mehrheit beschlossen, dass bei der Festlegung der Benchmarks für energieintensive Industrien die technologischen Möglichkeiten der einzelnen Branchen berücksichtigt werden müssen. 

Kompakt gegen die Kommission 

Die Confindustria Ceramica wertet den Beschluss des Parlaments als einen „entscheidenden Schritt in einem langen Prozess“. Zuvor waren Konsultationen mit der Europäischen Kommission vorangegangen, an denen neben den Verbänden und Unternehmen auch italienische Kommunen sowie die Region Emilia Romagna teilgenommen hatten. Grund hierfür war die Befürchtung, dass durch die drohenden Kostenanstiege nicht nur die Fliesenindustrie, sondern das gesamte wirtschaftliche und soziale Gefüge Schaden nehmen könnte. In der Region Emilia Romagna sind 90 Prozent der industriellen Fertigungskapazität für Keramikfliesen verortet.  

Der Präsident des italienischen Verbands der Fliesenhersteller, Augusto Ciarrocchi, zeigte sich zufrieden über das Votum des Parlaments, warnte jedoch, dass der Konflikt damit noch nicht ausgestanden sei und mahnte zur Geschlossenheit im kommenden „Trialog“ zwischen dem Parlament, der Kommission und dem Europäischen Rat.

zuletzt editiert am 03. November 2026
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