Ein Mann spricht bei einer Pressekonferenz in mehrere Mikrofone.
Präsident Ciarrocchi: Viele Bedenken, keine Zeit für gute Nachrichten. (Quelle: Uwe Leppert)

Verbände 2025-12-17T15:01:01.454Z Fliesenindustrie Italien: Erleichterung & neue Risiken

Italiens Fliesenhersteller konnten 2025 im Absatz leicht zulegen. Der neue, globale Wettbewerb und Europas Umweltauflagen stellen das bisherige Wachstumsmodell jedoch in Frage, so der Verband Confindustria Ceramica.

Die traditionelle, vorweihnachtliche Pressekonferenz des Verbands der Italienischen Fliesenhersteller brachte am 17. Dezember 2025 erst einmal gute Nachrichten: Die Absatzmengen des zu Ende gehenden Jahres konnten um zwei Prozent auf 386 Millionen Quadratmeter gesteigert werden – keine Selbstverständlichkeit in Zeiten von hohen Zöllen und giftiger Konkurrenz auf den Weltmärkten.

Absatz und Produktion tendieren aufwärts

Mit einem Zuwachs von 2,4 Prozent gingen über 300 Millionen Quadratmeter in den Export, während ungefähr 85 Millionen Quadratmeter (+ 0,8 Prozent) im Inland verkauft wurden. Die vorläufigen Mengendaten ließen sogar einen Produktionszuwachs von fünf Prozent erwarten.

Im weiteren Verlauf der Konferenz wurde jedoch deutlich, wo den Fliesenchefs der Schuh wirklich drückt: Die zunehmende Konkurrenz aus Indien sowie vor allem die Linie der Europäischen Kommission und ihre Klimaziele, die mit immer höheren Preisen für die Emissionsrechte erkauft werden sollen. In den kommenden fünf Jahren würden diese in der italienischen Fliesenindustrie mit 180 Millionen Euro pro Jahr zu Buche schlagen, und ab 2031 mit 225 Millionen Euro – zu viel, um die bisherige Strategie der innovativen Highend-Kollektionen weiterzuführen, so der Präsident des Verbands Augusto Ciarrocchi.

zuletzt editiert am 17. Dezember 2025