Giovanni Savorani, Präsident der Confindustria Ceramica (Quelle: Uwe Leppert)
Verbandspräsident Giovanni Savorani warnt vor Engpässen und fordert entsprechende Maßnahmen von der Politik. (Quelle: Uwe Leppert)

Industrie

26. October 2021 | Teilen auf:

Fliesenindustrie Italien: „Enorm kritische Situation“ durch Gaspreise

Die Confindustria Ceramica zeigt sich wegen der rasant steigenden Gaspreise besorgt. Die Verbandsspitzen reisten nach Rom und drängten auf Gegenmaßnahmen.

Verbandspräsident Giovanni Savorani und Armado Cafiero, Direktor der Confindustria Ceramica, trafen dort unter anderem den Minister für wirtschaftliche Entwicklung. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die konjunkturelle Situation der italienischen Fliesenindustrie und die durch die galoppierenden Gaspreise entstandene „enorm kritische“ Situation. Das jetzige Preisniveau würde bedeuten, dass sich die Gasrechnung der italienischen Fliesenhersteller im Jahr 2022 auf 1,25 Milliarden Euro belaufen würde, so der Verband in seiner Pressemitteilung vom 21. Oktober 2021. Dies entspräche ungefähr einem Viertel des Branchenumsatzes und könne von einem Produktionsfaktor, der mehr als 25 Prozent der Herstellungskosten ausmacht, „offensichtlich nicht absorbiert werden“.

„Kaum lösbare Notlage“

Die im Rahmen der Europäischen Union auf Vorschlag von Italien und anderen Staaten diskutierten Maßnahmen seien von fundamentaler Wichtigkeit, um „ernste Krisen“ zu verhindern, könnten aber weder die aktuelle Notlage lösen, noch das „Risiko für die Versorgungssicherheit“ während des kommenden Winters herabsetzen.

Mehr Preiskontrolle, weniger Spekulation

Notwendig sei eine Deckelung der Gaspreise sowie eine Neuregelung der Bedingungen für eine Unterbrechung der Gaslieferung in den kommenden Wintermonaten. Ebenso seien Maßnahmen zur Verhinderung von Finanzspekulation im Rahmen des Europäischen Emissionshandelssystems (ETS) vonnöten sowie die „korrekte Anerkennung von Kompensationen“.

Produktionsstop trotz voller Bücher

Außerdem fordert der Verband für Italien die Anerkennung der befürchteten Versorgungskrise als „unausweichliches Ereignis“, damit Betriebe eventuell Kurzarbeit beantragen zu können: „Einige Industrieunternehmen in vielen Branchen könnten sich nämlich gezwungen sehen, die Produktion einzustellen, obwohl Aufträge aus Italien und aus dem Ausland vorliegen“, so der Verband in seiner Mitteilung.

www.confindustriaceramica.it

zuletzt editiert am 27.10.2021